Giftpflanze
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LoslegenEnglisch: poisonous plant
Definition
Eine Giftpflanze ist eine Pflanze, die Substanzen enthält, die eine schädliche Wirkung auf den menschlichen oder tierischen Organismus entfalten, wenn sie in ausreichender Dosis aufgenommen werden.
Hintergrund
Die Aufnahme von Giftpflanzen durch Menschen ist meist akzidentell. Vor allem Kinder sind gefährdet, sich durch den Verzehr von toxischen Früchten zu vergiften.
Wirksame Inhaltsstoffe
Im Wesentlichen lassen sich Giftpflanzen nach der Chemie und Pharmakologie ihrer Inhaltsstoffe einteilen. Im Folgenden werden die wichtigsten Wirkstoffgruppen jeweils mit einigen Beispielen aufgelistet:
Stickstoffhaltige, organische Verbindungen; häufig, jedoch nicht zwangsläufig, spezifische Wirkung auf das Nervensystem.
- Aconitin - Blauer Eisenhut
- Atropin/ L-Hyoscyamin - Engelstrompete, Schwarze Tollkirsche
- Coffein - Kaffee, Cola-Nuss, Tee
- Colchicin - Herbstzeitlose
- Coniin - Gefleckter Schierling
- Cytisin - Goldregen
- Morphin - Schlafmohn
- Nicotin - Tabak
- Pyrrolizidinalkaloide - Jakob's Kreuzkraut
- L-Scopolamin - Engelstrompete, Stechapfel
- Solanin - Schwarzer Nachtschatten
- Strychnin - Brechnuss
- Taxine - Europäische Eibe
- Theophyllin - Tee
Flüchtige, lipophile Stoffgemische von zumeist aromatischem, charakteristischem Geruch. Zumeist handelt es sich um Terpene, seltener um Aromaten. In therapeutischen Dosierungen sind in der Regel keine akut toxischen Effekte zu befürchten. Lediglich bei Kleinkindern sollte man Vorsicht walten lassen, da es auch in therapeutischer Dosis zu einem Stimmritzenkrampf kommen kann. Einige Bestandteile können akute, spezifische toxische Effekte hervorrufen (z.B. Neurotoxizität bei Thujon). Weiterhin muss stets mit einer (Schleim-) Haut-Reizung gerechnet werden. Folgende Substanzen sind Bestandteil ätherischer Öle:
- Campher - Kampferbaum
- Chamazulen - Kamille
- Linalool - Lavendel
- Menthol - Pfefferminze
- Thujon - Salbei, Wermut
- Thymol - Thymian
Verbindung aus Aglykon (wirksames Prinzip) und einem oder mehreren Zuckermolekülen.
- Cyanogene Glykoside, spalten Cyanwasserstoff (Blausäure) ab - Bittermandel
- Herzglykoside
Hintergrund
Giftstoffe sind nicht primär notwendig für das Überleben der Pflanze, verschaffen ihr jedoch sekundär einen Überlebensvorteil, da sie beispielsweise als Fraßgift gegenüber Fressfeinden fungieren können. In der richtigen Dosierung haben viele Giftpflanzen oder deren Wirkstoffe einen therapeutischen Nutzen als Heilpflanze bzw. Arzneistoff.
Maßnahmen bei Vergiftungen
Für die wenigsten Giftpflanzen liegen spezifische Antidote (Gegengifte) vor. Allgemeine Maßnahmen zur Resorptionsverminderung sind die Gabe von Aktivkohle und Natriumsulfat. Klinisch kann eine Magenspülung erfolgen. Es ist weiterhin auf genügend Flüssigkeitszufuhr zu achten.
Giftnotruf
Telefon-Nummern:
- allgemeiner Notruf: 112
- Giftinformationszentrale Bonn: 030-19240
Literatur
- Roth et al.: Giftpflanzen - Pflanzengifte, Nikol Verlag, Karlsruhe/ München, 2008.