Mavacamten
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LoslegenHandelsname: Camzyos®
Englisch: mavacamten
Definition
Mavacamten ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Myosin-Inhibitoren, der in der USA zur Behandlung einer hypertroph-obstruktiven Kardiomyopathie zugelassen ist.
Wirkmechanismus
Mavacamten ist ein allosterischer, selektiver und reversibler Inhibitor von Myosin-7 (MYH7), das primär im Herzen exprimiert wird. Die Folge ist eine verminderte Bildung von Aktin-Myosin-Querbrücken im Herzen. Dies führt zu einer Verringerung der linksventrikulären Obstruktion, die im Rahmen der hypertroph-obstruktiven Kardiomyopathie auftritt. Die Folge ist eine Verbesserung des kardialen Füllungsdrucks.
Pharmakokinetik
Die mittlere Eliminationshalbwertszeit von Mavacamten liegt bei etwa acht Tagen. Die orale Bioverfügbarkeit beträgt 85 %. Die Plasmaproteinbindung liegt bei etwa 97 %. Die Metabolisierung von Mavacamten erfolgt durch CYP2C19 und CYP3A4. Der Arzneistoff wird zu über 80 % über die Nieren, der Rest über den Stuhl ausgeschieden.
Indikation
- Behandlung von Erwachsenen mit symptomatischer obstruktiver hypertropher Kardiomyopathie im NYHA-Stadium II bis III zur Verbesserung der Funktionsfähigkeit und der Symptome
Dosierung
Die Kapseln sind in den Dosierungen 2,5, 5, 10 und 15 mg erhältlich. Die empfohlene Anfangsdosis ist 5 mg einmal täglich. 4, 8 und 12 Wochen nach Beginn der Therapie kann eine Titration der Dosis erfolgen. Die maximale Dosis liegt bei 15 mg täglich.
Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.
Nebenwirkungen
Mavacamten führt zu einer Reduktion der systolischen Kontraktion und kann eine Verschlechterung der Herzinsuffizienz zur Folge haben. Die häufigsten Nebenwirkungen, die in einer Phase-III-Studie erfasst wurden, waren Schwindel und Synkopen. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind beispielsweise:
Kontraindikationen
Eine gleichzeitige Behandlung mit mäßig bis starken CYP2C19/CYP3A4-Inhibitoren bzw. -Induktoren kann eine Verschlechterung der Herzinsuffizienz, einen Verlust der Wirksamkeit des Arzneistoffes oder ein höheres Risiko für systolische Funktionsstörungen zur Folge haben.
Da Mavacemten zu einer Verschlechterung der systolischen Funktion führen kann, wird die Behandlung mit dem Arzneistoff bei Patienten mit einer linksventrikulären Ejektionsfraktion von weniger als 55 % nicht empfohlen.
In Tierversuchen konnte eine Fetotoxizität von Mavacamten nachgewiesen werden. Daher darf Mavacemten nicht bei schwangeren Patientinnen angewendet werden. Zudem ist eine wirksame Empfängnisverhütung zum Zeitpunkt der Behandlung sowie vier Monate nach Abschluss der Therapie erforderlich.
Zulassung
Mavacamten wurde im September 2022 in den USA durch die FDA zugelassen. Eine Zulassung durch die EMA steht derzeit (2022) noch aus.
Aufgrund des Risikos einer Herzinsuffizienz aufgrund einer systolischen Dysfunktion, darf Mavacamten in den USA zu jetzigen Zeitpunkt (2022) nur im Rahmen eines speziellen Programms (sogenanntes "REMS PROGRAM") verordnet werden.
Quellen
- Kardiologie.org - Erstes spezifisches Medikament für oHCM in den USA zugelassen, abgerufen am 28.09.2022
- Bello et al. Mavacamten, StatPearls [Internet], 2022