Arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie
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LoslegenSynonyme: ARVC, arrhythmogene rechtsventrikuläre Dysplasie, ARVD, ARVD/C
Englisch: arrhythmogenic right ventricular cardiomyopathy, ARVC
Definition
Die arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie, kurz ARVC, ist eine Herzerkrankung unklarer Genese, die familiär gehäuft auftritt. Die Erkrankung ist durch eine Einlagerung von Binde- und Fettgewebe im Muskelgewebe des rechten Ventrikels gekennzeichnet.
- ICD10-Code: I42.80
Epidemiologie
Ätiologie
Es sind unterschiedliche Formen der ARVC bekannt, für die es auch unterschiedliche Ursachen gibt. So kann etwa eine Mutation im DSP-Gen bei der Naxos-Krankheit zu einer Veränderung des Zellkontaktproteins Desmoplakin führen. Ebenso führt eine Mutation des DES-Gens zu einer Veränderung des Intermediärfilaments Desmin. Auch der kardiale Ryanodin-Rezeptor kann eine Rolle bei der Entstehung der Krankheit spielen.[2]
Klinik
Die meisten Symptome sind mit dem Auftreten von ventrikulären Tachykardien vergesellschaftet. Schwindel, Palpitationen und Synkopen sowie Angina-pectoris-Symptome können auftreten. Im Verlaufe der Erkrankung entwickeln sich mitunter schwere Herzrhythmusstörungen. Insbesondere bei sportlicher Betätigung kann es konsekutiv zum plötzlichen Herztod kommen, der häufig die erste - und dann auch letzte - klinische Manifestation der Erkrankung darstellt. 4% der plötzlichen Herztode im Sport lassen sich auf die ARVC zurückführen, in manchen Regionen Italiens - vermutlich aufgrund der genetischen Häufung - ist sie sogar die häufigste Ursache.[3] Relativ selten wird eine Einschränkung der Pumpfunktion beobachtet.
Diagnostik
Bildgebung
EKG
Im EKG sieht man bei einer ARVC unter anderem folgende Veränderungen:
- Epsilon-Welle in V1
- Rechtsschenkelblock
- verbreiterter QRS-Komplex in V1-V3
- T-Inversion
- verlängerter S-Zacken-Aufstrich > 55 ms in V1-V3
Bei einer Drehung der Herzachse nach links (z.B. überdrehter Linkstyp) während einer ventrikulären Tachykardie mit Linksschenkelblock-Morphologie und ohne zugrunde liegende koronare Herzkrankheit sollte zunächst an eine ARVC als Ursache gedacht werden.
Therapie
- Vermeidung sportlicher Belastung
- Implantation eines ICD
- ggf. Herztransplantation
Prävention
Untersuchung von Familienangehörigen Betroffener und aller Mitglieder von Sportvereinen.
Quellen
- ↑ Gemayel et al. "Arrhythmogenic right ventricular cardiomyopathy", Journal of the American College of Cardiology 38, 1773-1781, 2001
- ↑ Scoote et al. "The cardiac ryanodine receptor (calcium release channel: emerging role in heart failure and arrhythmia pathogenesis", Cardiovascular Research 56, 359-372, 2002
- ↑ Mewis, Riessen, Spyridopoulos (Hrsg.): Kardiologie compact – Alles für Station und Facharztprüfung, 2006