Rechtsschenkelblock
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Abkürzung: RSB
Englisch: right bundle branch block, RBBB
Definition
Ein Rechtsschenkelblock ist ein Schenkelblock, bei dem der rechte Tawara-Schenkel in der Erregungsleitung gestört ist.
siehe auch: Erregungsleitungssystem des Herzens
Formen
Ein Rechtsschenkelblock ist im EKG durch eine über 0,12s betragende QRS-Zeit, eine M-förmige Aufsplitterung des QRS-Komplexes in V1 und V2 und die verspätete endgültige Negativitätsbewegung des QRS-Komplexes gekennzeichnet.
Der obere Umschlagpunkt (Punkt der endgültigen Negativitätsbewegung im EKG) liegt hierbei in Ableitung V1 bei > 30ms.
In Ableitung I fehlt meistens das Q und es tritt ein S als erster Ausschlag auf. Die T-Wellen sind diskordant zum QRS-Komplex (T-Inversion).
Ein inkompletter Rechtsschenkelblock liegt vor, wenn bei sonst zutreffenden Kriterien der QRS-Komplex auf lediglich 0,10-0,11s verbreitert ist.
Ätiologie
Häufig ist ein Rechtsschenkelblock Hinweis auf eine Rechtsherzbelastung, beispielsweise bei Lungenembolien oder Herzfehlern mit Rechtsbelastung. Insbesondere ein neu aufgetretener Rechtsschenkelblock mit Rechtstyp (s. elektrische Herzachse) und SI/QIII-Konfiguration kann ein diagnostischer Hinweis auf eine frische Lungenembolie sein.
Weitere gängige Ursachen eines Rechtsschenkelblocks sind die koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Myokarditis, Short-QT-Syndrom und Kardiomyopathien.
Das bei Vorhofflimmern auftretende Ashman-Phänomen hat ebenfalls die Morphologie eines Rechtsschenkelblocks.