Radiologisches Zeichen
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LoslegenEnglisch: radiological sign
Definition
Radiologische Zeichen sind Befunde in bildgebenden Verfahren, die typischerweise auf bestimmte pathologische Veränderungen bzw. Erkrankungen hinweisen. Im Zusammenspiel mit klinischen Befundkonstellationen können sie für die Diagnose bestimmter Erkrankungen entscheidend sein.
Beispiele
Röntgen
Diese radiologischen Zeichen werden auch als Röntgenzeichen bezeichnet.
- Chilaiditi-Zeichen: Nachweis von Dickdarmanteilen (seltener auch Dünndarm) zwischen Zwerchfell und Leber.
- Double-Bubble-Sign: Eine angeborene Duodenalatresie zeigt in der Röntgenaufnahme eines Neugeborenen zwei nebeneinander liegende Luftblasen im Magen und im Duodenum. Der übrige Darm imponiert luftleer.
- Fallen-Fragment-Sign: Zeigt sich durch ein herabgefallenes ossäres Fragment innerhalb einer Zyste und stellt einen Anhaltspunkt für die juvenile Knochenzyste dar.
- Fettpolsterzeichen: Radiologisches Zeichen, das in der Diagnostik einer Fraktur sowie weiterer Pathologien hilfreich ist. Insbesondere am Ellenbogengelenk demaskieren sich im Falle einer Fraktur die ventral und dorsal befindlichen anatomischen Fettpolster als deutlich vom Knochen abgehobene Strukturen.
- Kerley-Linien: Radiologischer Hinweis auf ein interstitielles Lungenödem sowie weitere Lungenerkrankungen. Werden in A-(apikale), B-(basale) und C-(zentrale) Linien eingeteilt.
- Silhouettenphänomen: Visuelle Auflösung der Herzkontur durch in unmittelbarer Nachbarschaft befindliche, zentrale pulmonaler Verdichtungen.
- Kaffeebohnenzeichen: Findet sich bei einem Volvulus des Colon sigmoideum durch die massive Überblähung des Darmabschnitts. Die eindrückliche Form einer überdimensionalen Kaffeebohne kommt dadurch zustande, dass sich eine aufsteigende, dilatierte Schlinge dicht an eine absteigende Schlinge legt.
- Korbhenkelphänomen: Die in die Harnblase einmündenden Harnleiter imponieren in der Ausscheidungsurographie als henkelförmig angehoben. Dieser Befund deutet auf eine vergrößerte Prostata hin, die den Blasenboden nach kranial verschiebt.
- Pencil-in-cup-Phänomen: Arthritisches Direktzeichen (v.a. Psoriasisarthritis); entsteht durch ossäre mutilierende Prozesse.
- Positives Bronchopneumogramm: Darstellung der luftgefüllten Bronchien in Kontrast zu der umgebenden homogen verdichteten Lunge. Insbesondere bei Lobärpneumonien zu beobachten. Kann ebenfalls in der CT dargestellt werden.
Sonographie
- Sternenhimmelphänomen: Sonographischer Befund von Mikrokalzifizierungen im Hodengewebe. Die echoreichen Pünktchen (Mikrolithiasis testis) können Hinweise auf einen Hodentumor liefern.
- Twinkling-Artefakt: Sonographischer Hinweis auf Konkremente oder Verkalkungen unter Hinzunahme des Farbdopplers entstehen funkelnde Artefakte.
siehe auch: sonographisches Zeichen
Computertomographie
- Irisblendenphänomen: Charakteristisches Kontrastmittelenhancement bei der computertomographischen Untersuchung eines Leberhämangioms. Die hyperdense Kontrastmittelanreicherung flutet von peripher nach zentral an.
- Vakuumphänomen: Hinweis für degenerative Bandscheibenveränderungen. Nachweis dunkler, zwischen den Bandscheiben liegender Gaseinschlüsse.
- Doppeltes Zielscheibenzeichen: Charakteristischer Befund von Leberabszessen. Gekennzeichnet durch das Vorliegen von zwei konzentrischen Ringen mit unterschiedlicher Dichte.
- Weintrauben-Zeichen: Charakteristischer Befund von pyogenen Leberabszessen. Cluster aus multilokulären Eiteransammlungen, die zu großen septierten Kavitäten verschmelzen.
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Fachgebiete:
Radiologie
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