Familiäre hypertrophe Kardiomyopathie
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LoslegenSynonym: FHC
Englisch: hypertrophic cardiomyopathy, HCM
Definition
Die familiäre hypertrophe Kardiomyopathie ist eine autosomal-dominant vererbte Muskelerkrankung des Herzens, bei der es zu einer asymmetrischen Verdickung des linken Ventrikels ohne Dilatation kommt.
Epidemiologie
Die FHC hat eine Prävalenz von etwa 0,2 % in der Allgemeinbevölkerung und ist damit eine relativ häufige Herzerkrankung.
Ursache
Bei der familiären hypertrophen Kardiomyopathie liegt ein genetischer Defekt vor, der unter anderem Strukturveränderungen des β-Myosins und des α-Tropomyosins auslöst. Es findet sich jedoch nicht "die Mutation", sondern es liegen zahlreiche Punktmutationen der am Aufbau des Sarkomers beteiligten Strukturproteine vor. Deshalb wird die FHC auch als "Krankheit des Sarkomers" bezeichnet. Der Großteil der Mutationen befindet sich auf dem Chromosom 14 im Genlokus MYH7.
Pathophysiologie
Bei der hypertrophen Kardiomyopathie kommt es zu einer Verdickung der Muskulatur des linken Ventrikels ohne Dilatation. Durch die asymmetrische Verteilung der Verdickung und eine zusätzliche Hypertrophie des Kammerseptums kann eine Obstruktion mit diastolischer Dysfunktion und Verminderung der Ejektionsfraktion entstehen.
Formen
- HCM mit dynamischer Obstruktion (auch: hypertroph-obstruktive Kardiomyopathie, HOCM)"
- HCM ohne dynamische Obstruktion (auch: hypertrophe nicht-obstruktive Kardiomyopathie HNCM)
Symptome
Die Patienten leiden unter Leistungsverminderung und Müdigkeit. Als weitere Symptome treten hinzu:
- Dyspnoe
- Angina pectoris-Anfälle
- ventrikuläre Arrhythmien (bis hin zu ventrikulären Tachykardien)
- Schwindel
- Synkopen
Prognose
Viele Patienten mit FHC haben keine oder nur geringe Beeinträchtigungen der Herzfunktion und daher eine normale Lebenserwartung. Besteht eine Obstruktion des linksventrikulären Ausflusstrakts, entwickelt sich eine progrediente Herzinsuffizienz. Vor allem Kinder können bei dieser Erkrankung durch einen plötzlichen Herztod sterben. Die jährliche Mortalität bei HCM-Erkrankten liegt bei etwa 1% (0,5-1,5%).
Diagnostik
- Echokardiografie: Asymmetrische Hypertrophie des Septums > 13 mm oder Wanddicke des linken Ventrikels > 15 mm.
Therapie
Die Therapie richtet sich nach dem klinischen Schweregrad. Die präventive Gabe von Medikamenten ist umstritten.
Medikamentös
Sonstige
- Implantatierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD)
- Septum-Myektomie (in schwersten Fällen)