Ertapenem
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LoslegenSynonyme: Ertapenem-Natrium u.a.
Handelsname: Invanz®
Englisch: ertapenem
Definition
Ertapenem ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Carbapeneme und kommt zur Behandlung von Infektionskrankheiten, die durch gram-positive und gram-negative Erreger oder Anaerobier ausgelöst wurden, zum Einsatz.
Chemie
Ertapenem hat die Summenformel C22H25N3O7S und eine molare Masse von 475,52 g/mol.
Indikationen
Als Breitspektrum-Carbapenem ist Ertapenem u.a. im Rahmen der Therapie folgender Infektionskrankheiten indiziert:
- Pneumonie
- Infektionen im Bauchraum
- Hautinfektionen, Weichteilinfektionen
- Harnwegsinfektionen
- akute gynäkologische Infektionen
- Fuß-Infektionen bei Diabetes-Patienten
Bakterielles Wirkspektrum
Ertapenem ist gegenüber Pseudomonas aeruginosa und Enterokokken wirkungslos. Es besitzt eine Stabilität gegenüber nahezu allen Betalactamasen und wird auch durch Extended-Spectrum-Betalactamasen (ESBL) nicht angegriffen.
Applikationsform
Das Arzneimittel wird als Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung angewendet.
Pharmakokinetik
Ertapenem weist eine Bioverfügbarkeit von 90% auf. Im Blut liegt der Arzneistoff zu 90% an Plasmaproteine gebunden vor. Die Plasmahalbwertszeit beträgt durchschnittlich vier Stunden. Ertapenem wird zu 80% renal und zu 10% über den Stuhl eliminiert.
Wirkmechanismus
Die antibakterielle Wirkung von Ertapenem erklärt sich dadurch, dass es an Penicillin-bindende Proteine (PBP) bindet, den Aufbau der Bakterienzellwand hemmt und so die Bakterien abtötet.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
- Pilzinfektionen, Candidiasis
- Schwäche, Ermüdung, Schwindel, Depressionen, Angstzustände, Unruhe, Schlaflosigkeit
- allergische Hautreaktionen: Juckreiz, Hautausschlag, Hautrötung, Dermatitis, Urtikaria
- Störungen des Gastrointestinaltrakts: Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Obstipation, Appetitlosigkeit, Anorexie
- Herzrhythmusstörungen: Tachykardie, Bradykardie
- Hypotonie, Hypertonie
- Schmerzen, z.B. Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Muskelschmerzen, Schulterschmerzen, Brustschmerzen
- Thrombozytopenie, Neutropenie
- Hypoglykämie
- Husten, Schnupfen, Pharyngitis
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff, den anderen Carbapenemen bzw. β-Lactam-Antibiotika
- Nierenfunktionsstörungen
- Die Anwendung bei Hämodialyse-Patienten ist kontraindiziert.
- Stillzeit