Herzinsuffizienz vom HFrEF-Typ
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Synonym: Systolische Herzinsuffizienz
Englisch: heart failure with reduced ejection fraction
Definition
Unter einer Herzinsuffizienz vom HFrEF-Typ, kurz HFrEF ("heart failure with reduced ejection fraction"), versteht man eine Herzinsuffizienz mit reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion.
Nach der ESC-Leitlinie 2026 liegt die linksventrikuläre Ejektionsfraktion bei der HFrEF unter 50 %. Zur Diagnose gehören außerdem aktuelle oder frühere Symptome und/oder klinische Zeichen einer Herzinsuffizienz.[1]
Hintergrund
Die European Society of Cardiology (ESC) unterscheidet in ihrer Leitlinie von 2026 anhand der linksventrikulären Ejektionsfraktion zwei Phänotypen der Herzinsuffizienz:
- HF with preserved ejection fraction (HFpEF): LVEF ≥ 50 %
- HF with reduced ejection fraction (HFrEF): LVEF < 50 %
Die zuvor separat geführte Kategorie HFmrEF wird nun der HFrEF zugeordnet.[1]
Vereinfachte Darstellung der HFrEF. Normale Ventrikelaktion als weiße Silhouette
Ätiologie
Pathophysiologie
Die HFrEF beruht auf einer systolischen Pumpfunktionsstörung mit verminderter Auswurfleistung des linken Ventrikels. In der Folge kommt es zu kardialem Remodeling mit Dilatation und struktureller Umgestaltung des Myokards; kompensatorisch werden neurohumorale Systeme wie Sympathikus und Renin-Angiotensin-Aldosteron-System aktiviert, was die Erkrankung langfristig weiter unterhält und verschlechtert.[2][4]
Symptome
Diagnostik
Die Diagnostik stützt sich auf Anamnese, körperliche Untersuchung, EKG, natriuretische Peptide und Echokardiographie. Bei Verdacht auf Herzinsuffizienz sollen ein Elektrokardiogramm, transthorakale Echokardiographie und Laboruntersuchungen einschließlich BNP oder NT-proBNP durchgeführt werden; die Echokardiographie dient der objektiven Beurteilung der linksventrikulären systolischen Funktion und der Ejektionsfraktion.[7][8]
Therapie
Die Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz empfiehlt bei symptomatischer HFrEF eine prognoseverbessernde medikamentöse Kombinationstherapie, deren Auswahl und Intensivierung sich nach Komorbiditäten, Verträglichkeit und individuellen Therapiezielen richten; Einzelheiten siehe Herzinsuffizienz.[9]
Prognose
Die Prognose der HFrEF ist abhängig von Ursache, Symptomausprägung, ventrikulärer Funktion, Komorbiditäten und Ansprechen auf die Therapie. Trotz moderner Behandlung bleibt das Risiko für Hospitalisierung und Mortalität erhöht; eine frühzeitige und konsequente leitliniengerechte Therapie kann die Symptome bessern und die Prognose verbessern.[8][10]
Literatur
- Bauersachs J, Soltani S. Herzinsuffizienzleitlinien 2021 der ESC [Guidelines of the ESC 2021 on heart failure]. Herz. 2021 Nov 25. German. doi: 10.1007/s00059-021-05084-5. Epub ahead of print. PMID: 34825250.
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Køber et al., 2026 ESC Guidelines for the management of heart failure, European Heart Journal, 2026
- ↑ 2,0 2,1 Colucci, Heart Failure With Reduced Ejection Fraction: A Review, JAMA, 2020
- ↑ Bauersachs, Herzinsuffizienzleitlinien 2021 der ESC, Herz, 2021
- ↑ Konstam, Pathophysiology of heart failure, PMC, 2021
- ↑ Management of heart failure with reduced ejection fraction, PMC, 2022
- ↑ Heart failure with reduced versus preserved ejection fraction, PMC, 2026
- ↑ 2021 ESC Guidelines for Acute and Chronic Heart Failure: Key Points, ACC, 2021
- ↑ 8,0 8,1 Heart Failure With Reduced Ejection Fraction: A Review, JAMA, 2020
- ↑ Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz, Version 4.0, 2023, AWMF-Registernummer nvl-006, abgerufen am 05.11.2026
- ↑ Heart failure with reduced ejection fraction, Mayo Clinic, 2026