Pregabalin
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LoslegenSynonyme: Lyrica, (S)-3-(aminomethyl)-5-methylhexan-Säure
Englisch: Pregabalin
Definition
Pregabalin ist ein GABA-Analogon. Es gehört zur Gruppe der Antikonvulsiva und wird zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen, Epilepsie und generalisierten Angststörungen eingesetzt.
Wirkungsweise
Pregabalin ist ein Strukturanalagon von GABA, entfaltet seine GABA-erge Wirkung jedoch nicht über den GABA-Rezeptor. Pregabalin bindet im ZNS an spannungsabhängige Calciumkanäle vom P/Q-Typ. Der Ca-Einstrom wird somit vermindert und die Ausschüttung von Neurotransmittern (Glutaminsäure, Substanz P) reduziert und normalisiert.
Pregabalin wird unverändert über die Niere ausgeschieden.
Indikationen
- neuropathische Schmerzen
- Zusatztherapie bei partiellen epileptischen Anfällen mit oder ohne sekundäre Generalisierung
- generalisierte Angststörung
- Soziale Phobie
- Pruritus
Kontraindikationen
- Stark eingeschränkte Nierenfunktion
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Anwendung bei Kindern
Nebenwirkungen
- Abesetzsymptomatik, Auftreten von Epilepsien bei plötzlichem Absetzen
- Allergie gegen den Wirkstoff, Angioödem
- Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel
- Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Flatulenz
- Neutropenie
- Pharyngitis, Dyspnoe, Atemwegsinfektionen
- gesteigerter Appetit, Anorexie, Hypoglykämie
- Euphorie, Verwirrung, Reizbarkeit, Desorientierung
- Schlaflosigkeit, Albträume
- Halluzinationen, Panikattacken, Ruhelosigkeit, Agitiertheit, Depression, Aggression
- verminderte oder gesteigerte Libido, Impotenz
- Depersonalisation
- Wortfindungsstörungen, Amnesie
- Synkopen, Muskelkrämpfe, Tremor
- Nystagmus
- Dysarthrie
- Reflexminderung, Hypästhesien, brennende Gefühlsstörungen, Schreibstörungen
- Augenerkrankungen (Verschwommensehen, Diplopie)
- verminderte Reaktions- und Verkehrstüchtigkeit
- Tachykardie, AV-Block 1. Grades, Arrhythmien, QT-Zeitverlängerung
- Aszites, Pankreatitis, Dysphagie
Abhängigkeitspotential
Auf der Grundlage von Fallserien und Fallberichten ergeben sich für Pregabalin Hinweise für ein erhöhtes Abhängigkeitsrisiko, insbesondere bei Patienten mit einer bereits bestehenden Opioidabhängigkeit. Die Behandlung mit Pregabalin sollte daher bei drogenabhängigen Patienten vermieden werden. Ursachen für den missbräuchlichen Konsum sind unter anderem der entspannende und euphorisierende Effekt von Pregabalin und die Reduktion von Entzugssymptomen. Zudem kann der Effekt anderer psychotroper Substanzen verstärkt werden. Auch die leichte Verfügbarkeit von Pregabalin könnte eine Ursache für die missbräuchliche Verwendung sein.[1]
Bei Mischkonsum mit anderen Substanzen wie Alkohol, Benzodiazepinen können sich die sedierenden Wirkungen verstärken und zu einer schweren Intoxikation oder Ateminsuffizienz führen.[2]
Während der Behandlung mit Pregabalin sollte darauf geachtet werden, ob sich eine Abhängigkeit bei dem Patienten entwickelt.[1]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Abhängigkeitspotenzial von Pregabalin - Arzneiverordnung in der Praxis, abgerufen am 21.10.2021
- ↑ Lyrica® (Pregabalin) – Das neue Suchtmittel, abgerufen am 21.10.2021