Pyridostigmin
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LoslegenHandelsnamen: Mestinon®, Kalymin® u.a.
Englisch: pyridostigmine
Definition
Pyridostigmin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der indirekten Parasympathomimetika.
Indikationen
- Die Hauptindikation für die Verschreibung von Pyridostigmin stellt die Krankheit Myasthenia gravis dar. Unter anderem kann zur Diagnosesicherung der Pyridostigmintest durchgeführt werden.
- Aber auch die Wirkung von nicht-depolarisierenden Muskelrelaxantien kann mit Hilfe von Pyridostigmin aufgehoben werden.
Allgemeines
Beim Wirkstoff Pyridostigmin handelt es sich um einen quaternären Aminkomplex, der die Blut-Hirn-Schranke nicht überschreiten kann. Die Plasmahalbwertszeit beträgt im Durchschnitt ungefähr 1,5 Stunden, wonach der Arzneistoff anschließend zu einem Teil verändert, zu einem unverändert renal eliminiert wird.
Wirkmechanismus
Pyridostigmin inhibiert die Acetylcholinesterase. Diese ist ein Enzym, das den Neurotransmitter Acetylcholin im synaptischen Spalt zu Acetat und Cholin hydrolytisch spaltet. Wird dieser Vorgang gehemmt, liegt mehr Acetylcholin an der motorischen Endplatte vor, so dass die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Muskelkontraktion kommt, steigt. Auch bei einem Harnverhalt sowie der Darmatonie kann Pyridostigmin eingesetzt werden, da die Wirkung am parasympathischen System ebenso verläuft.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
- Vermehrter Speichelfluss
- Bradykardien
- Bronchokonstriktion mit einhergehender Atemnot
- Akkommodationsstörungen
- Gastrointestinale Störungen: Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Diarrhoe
Kontraindikationen
- Ileus
- Verschluss der harnableitenden Wege
- Glaukom
- Asthma bronchiale
- Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit wird von einer Einnahme des Medikaments abgeraten, da keine Studien bzgl. möglicher Auswirkungen vorliegen.