MRT der Schulter
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LoslegenSynonyme: Schulter-MRT, MRT Schulter
Definition
Die MRT der Schulter ist ein apparatives Untersuchungsverfahren, bei dem die Schulter mittels Magnetresonanztomographie (MRT) dargestellt wird.
Durchführung
Die MRT der Schulter wird in Rückenlage des Patienten durchgeführt, wobei der Arm außenrotiert bzw. die Hand supiniert werden sollte. Häufig werden spezielle Schulterspulen eingesetzt.
MRT-Protokoll
Es existiert kein einheitliches MR-Protokoll für die Bildgebung der Schulter. Da die Scapula im Verhältnis zum Körper um ca. 30° nach vorne geneigt ist, wird die koronale und die sagittale Ebene relativ zur Gelenkfläche des Schultergelenks oder zur Supraspinatussehne ausgerichtet. Die parakoronale Ebene wird in der Regel senkrecht zur Cavitas glenoidalis oder parallel zur Längsachse der Supraspinantussehne ausgerichtet. Die parasagittale Ebene wird parallel zum Glenoid oder senkrecht zur parakoronalen Ebene gekippt. Axiale Ebenen werden nicht oder entlang der Supraspinatussehne anguliert.
Da die Scapula auch in der Sagittalebene nach anterior gekippt ist, lassen sich durch das Angulieren der axialen Bilder senkrecht zur echten vertikalen Achse der Cavitas glenoidalis die 3-Uhr- und 9-Uhr-Positionen des Labrums besser darstellen und Partialvolumeneffekte von anteroinferioren und posterosuperioren Labrumläsionen reduzieren. Außerdem stellen sich Sehnenrupturen durch parasagittale Bilder senkrecht zu den distalen Fasern der Supraspinatussehne besser dar.
Eine hohe Genauigkeit bei Rotatorenmanschettenrupturen weisen schnelle T2w-Spin-Echo-Sequenzen mit Fettsättigung auf. Sie werden parakoronal und parasagittal angefertigt und weisen oft eine TE von 45 bis 55 ms (bei 1,5 Tesla Magnetfeldstärke) auf. Weiterhin sollte mindestens eine T1w- oder PDw-Sequenz ohne Fettsättigung durchgeführt werden, um fettige Muskelatrophien zu beurteilen. Für die axiale Ebene werden oft fettunterdrückte intermediär-gewichtete Sequenzen (TE 30 bis 40 ms) oder T2*-gewichtete Gradientenecho- und/oder PDw-Sequenzen verwendet. Es existieren eine Vielzahl an zusätzlichen optionalen Sequenzen, z.B. eine 3D-Dixon-Sequenz.
Befundung
Für die Befundung einer MRT der Schulter eignet sich eine schematische Vorgehensweise, um alle relevanten Strukturen zu begutachten.
- Knochen: proximaler Humerus, Scapula mit Glenoid, Processus coracoideus, Akromion, distale Clavicula
- Osteonekrose des Humeruskopfs, Knochentumore, Frakturen, Hill-Sachs-Läsionen, knöcherne Bankart-Läsionen
- Akromioklavikulargelenk, korakoakromialer Bogen, Form des Akromions, Bursa subacromialis
- Akromioklavikulargelenkverletzung, Arthritis, hakenförmiges Akromion, laterales Downslope, Os acromiale, akromiale Apophysiolyse, Geyser-Zeichen, Bursitis subacromialis
- Rotatorenmanschette: Muskeln und Sehnen von Supraspinatus, Infraspinatus, Teres minor und Subscapularis
- Tendinose, Partial- oder vollständige Ruptur, Kalkablagerungen, Atrophie, fettige Degeneration, Ödeme, Nervenkompression
- Rotatorenintervall, lange Bizepssehne, Ligamentum coracohumerale, Ligamentum glenohumerale superius
- Tendinose, Riss, Dislokation, Tenosynovitis, Pulley-Läsion, adhäsive Kapsulitis
- Glenohumeralgelenk: Gelenkspalt, Synovia, Ligamentum glenohumerale mediale und inferius
- Gelenkerguss, intraartikuläre Fragmente, freie Gelenkkörper, Synovialitis, HAGL, GAGL, adhäsive Kapsulitis, Labrumläsionen, SLAP-Läsion
- Weichteile: Musculi deltoideus und pectoralis, subkutanes Fettgewebe
MR-Arthrographie
Labrumrisse können im konventionellen MRT teilweise schwer erkennbar sein. Bei glenohumeraler Instabilität wird daher auch eine direkte MR-Arthrographie eingesetzt. Durch die intraartikuläre Applikation von Kontrastmittel wird das Gelenk gedehnt und das Kontrast-zu-Rausch-Verhältnis erhöht. Die sogenannte ABER-Position (abduction and external rotation) erhöht die diagnostische Genauigkeit. In der ABER-Position wird der anteriore Zügel des Ligamentum glenohumerale inferius gestrafft und eine fokale Bankart-Läsion besser erkennbar.