Labrum glenoidale
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LoslegenSynonym: Knorpellippe, Pfannenlippe
Definition
Das Labrum glenoidale ist eine Gelenklippe, die eine 3-4 mm breite, wulstige Umrahmung der Knorpelpfanne (Cavitas glenoidalis) des Schulterblatts bildet.
Anatomie
Das Labrum glenoidale besteht zum Großteil aus zirkulär verlaufenden Kollagenen, zu geringen Anteilen aus Faserknorpel. Es ist im posteroinferioren Abschnitt fest, im superoanterioren Abschnitt beweglich mit der Gelenkpfanne verbunden. Im kranialen Anteil der Gelenkpfanne bildet das Labrum zusammen mit der Bizepssehne den Labrum-Bizepssehnen-Komplex (LBS-Komplex).
Funktion
Das Labrum glenoidale dient der Stabilisierung des Schultergelenks. Es sorgt für eine bessere Positionierung des Humeruskopfes in der Gelenkpfanne der Schulter.
Klinik
Bei der Schultergelenksluxation kommt es häufig zu einem Abriss des Labrum glenoidale, die als Bankart-Läsion bzw. reversed-Bankart-Läsion bezeichnet wird. Zur einer so genannten SLAP-Läsion des Labrum kommt es bei starker Krafteinwirkung auf die bereits vorgespannte lange Bizepssehne durch ruckartiges Anheben großer Gewichte (z.B. Gewichtheben) oder Sturz auf den gestreckten, abduzierten Arm (z.B. Fahrradstürze).