Lamotrigin
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LoslegenLatein: Lamotriginum
Handelsname: Elmendos®, Lamictal®, u.a
Englisch: Lamotrigine
Definition
Lamotrigin ist ein Antiepileptikum, das seit 1993 zur Therapie von Epilepsie bei Kindern ab 12 Jahren eingesetzt werden kann. Bei einer besonderen, kindlichen Anfallsform, dem Lennox-Gastaut-Syndrom, kann Lamotrigin auch bei Kindern zwischen 2 und 12 Jahren eingesetzt werden.
Chemie
Die chemische Bezeichnung für Lamotrigin ist 3,5-Diamino-6-(2,3-dichlorphenyl)-1,2,4-triazin. Die Summenformel lautet C9H7Cl2N5.
Indikation
- Therapie der Epilepsie
Neben der Therapie von Epilepsie kann Lamotrigin auch zur Anfallsverhütung bei Alkoholentzug und bei depressiven Episoden im Rahmen bipolarer Störungen verschrieben werden. In manchen Fällen wird es auch bei der Behandlung von Chorea Huntington und bei Parkinson eingesetzt.
Wirkungsweise
Lamotrigin ist ein recht neuer Wirkstoff. Daher gibt es keine vergleichbaren Antiepilektika. Es blockiert spannungsabhängige Natrium- und Calciumkanäle und verhindert so die Freisetzung von Glutamat und Aspartat. Glutamat ist der wichtigste Transmitter für erregende Impulse. Lamotrigin ist der erste Wirkstoff, der über die Hemmung erregender Impulse antiepileptisch wirkt. Auf diese Art hemmt die Einnahme von Lamotrigin die Reizweiterleitung und wirkt so der Entstehung von Krämpfen entgegen.
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Nebenwirkungen
Lamotrigin ist relativ gut verträglich. So macht es weniger müde und beinflusst das Denkvermögen der Patienten weniger als andere Antiepileptika. Es kommt auch seltener zu Therapieabbrüchen. Ein großer Nachteil ist, dass es häufig zu schweren Unverträglichkeitsreaktionen kommen kann. Durch eine langsame Steigerung der Dosierung kann dem vorgebeugt werden. Hauptnebenwirkungen sind:
- Exantheme, bis hin zum Stevens-Johnson-Syndrom
- Schwindel
- Doppelbilder
- Ataxie
Zu Beginn der Therapie sollte die Leberfunktion überwacht werden.
Bei etwa 3% der behandelten Patienten kann es zu einer paradoxen Anfallshäufung kommen.
Wechselwirkungen
Die gleichzeitige Gabe von Valproat verlängert die Halbwertzeit von Lamotrigin. Bei Verabreichung von z.B. Carbamazepin, Phenytoin oder Barbituraten verkürzt sich die Halbwertzeit jedoch.