Indocyaningrün
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LoslegenHandelsname: ICG-Pulsion
Synonym: 1,7-Bis[1,1-dimethyl-3-(4-sulfobutyl)- 1H-benz[e]indol-2-yl]heptamethinium- betain Natriumsalz
Englisch: indocyanine green
Definition
Indocyaningrün, kurz ICG, ist eine fluoreszierende, farbige Verbindung, die in der Humanmedizin im Rahmen zahlreicher diagnostischer Verfahren angewendet wird. Intravenös verabreicht wird der Farbstoff sowohl in der Augenheilkunde, als auch bei zahlreichen Untersuchungen der Inneren Medizin verwendet.
Chemie
ICG besitzt die chemische Summenformel
- C43H47N2NaO6S2
und weist eine sehr gute Löslichkeit in Wasser, Methanol und einigen anderen unpolaren Lösungsmitteln auf. Bei Zimmertemperatur liegt es in festem Aggregatzustand (Pulver) vor und das gesamte Molekül besitzt insgesamt 4 Benzolringe.
Geschichte
Bereits im Zweiten Weltkrieg war die fluoreszierende Wirkung von ICG bekannt, weswegen es als Färbemittel für die Fotografie verwendet wurde. Seine große Bedeutung für die medizinische Diagnostik wurde erst Ende der 1950er Jahr bekannt. Der erste Test diesbezüglich fand 1957 in der US-amerikanischen Mayo Clinic statt. Die Zulassung erfolgte kurze Zeit später im Jahr 1959 und der erste Verwendungszweck war die Diagnose von Lebererkrankungen. In den 1960er Jahren kamen als Indikationen dann die Untersuchung des renalen Blutflusses und der Durchblutung des Augenhintergrundes hinzu.
Anwendung
Intravenöse Injektion.
Anwendungsgebiete
Augenheilkunde
- anteriore ischämische Optikusneuropathie
- Aderhautmetastasen
- Aderhauthämangiom
- Polypoidale chorodiale Vaskulopathie (PCV)
- AMD
- Retinale angiomatöse Proliferation
- Thrombus
- Verletzung oder sonstige Schädigung der Netzhaut
- diabetische Retinopathie
Innere Medizin
- ICG hat eine hohe Bindungsaffinität zu sämtlichen Plasmaproteinen. Daher erlaubt ICG eine Überwachung der Leber- und Splanchnikusperfusion, da die Plasmaverschwinderate sichtbar gemacht werden kann
- farbliche Darstellung der Herzkranzgefäße bei v. a. Koronare Herzkrankheit oder bei vorliegender Angina pectoris
- Untersuchung der Nierendurchblutungsrate
- Navigation bei der Wächterlymphknotenbiopsie
Chirurgie
- Anastomosen im Gastrointestinaltrakt
- Sichtbarmachung von aortokoronaren Bypässen im Anschluss an eine Herz-OP
- Wundheilungsprozesse
Eigenschaften
Das Absorptionsspektrum von ICG liegt im Bereich unmittelbar nahe dem Infrarot. Dabei schwankt das Spektrum je nach Konzentration des injizierten Kontrastmittels. Zusammenfassend ist das größte Absorptionsspektrum von ICG im Bereich von 600 nm bis 900 nm zu finden. Die emittierte Fluoreszenz liegt bei 750 nm bis 950 nm. Fluoreszenzmaximum liegt im Blut bei rund 830 nm.
Nebenwirkungen
Prinzipiell ist ICG recht nebenwirkungsarm. Es kann dennoch in seltenen Fällen zu folgenden Nebenwirkungen kommen:
- Hitzewallungen
- Schluckbeschwerden/Halsschmerzen
- anaphylaktischer Schock
- Dyspnoe
- Tachykardie
- Nierenversagen
- Urtikaria