Endometrium
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Synonyme: Gebärmutterschleimhaut, Uterusschleimhaut, Tunica mucosa uteri
Englisch: endometrium
Definition
Das Endometrium ist die Schleimhaut, welche das Innere der Gebärmutter (Uterus) auskleidet.
Während einer Schwangerschaft nennt man die Gebärmutterschleimhaut Decidua.
Embryologie
Das Endometrium entwickelt sich embryonal aus dem Müller-Gang (Ductus paramesonephricus). Die paarig angelegten Müller-Gänge verschmelzen im unteren Bereich und bilden den Uterus sowie den oberen Teil der Vagina. Aus dem Epithel der Müller-Gänge differenzieren sich das endometriale Oberflächenepithel und die Drüsen, während das umgebende Mesenchym zum endometrialen Stroma wird.
Histologie
Das Endometrium besteht aus einem einschichtigen zylindrischen Deckepithel und einem bindegewebigen Stroma. Es geht nach basal direkt in das Myometrium über, mit dem es eng verzahnt ist. Man unterscheidet zwei Schichten:
- Stratum basale oder Zona basalis (Basalis) und
- Stratum functionale bzw. Zona functionalis oder "Functionalis"
Das Stratum functionale lässt sich histologisch weiter in ein dichter aufgebautes Stratum compactum und ein locker aufgebautes Stratum spongiosum unterteilen. Die einzelnen Schichten des Endometriums gehen dabei fließend ineinander über.
Wichtige histologische Strukturen des Endometriums sind die Endometriumdrüsen (Glandulae uterinae) und die in die Schleimhaut ziehenden Spiralarterien.
Physiologie
Das Endometrium dient der Einnistung der befruchteten Eizelle. Es verändert sich im Verlauf des weiblichen Zyklus unter dem Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone (Gestagen, Östrogen). Man unterscheidet mehrere Phasen:
Zusätzlich kann ab dem 25. Zyklustag bis zum Beginn der Desquamation noch eine ischämische oder prämenstruelle Phase abgegrenzt werden.
Während der Proliferationsphase wächst das Stratum functionale unter dem Einfluss von Östrogen vom Stratum basale her in das Uteruslumen vor. Dabei kommt es zur Bildung endometrialer Drüsen und zum Einwachsen von Spiralarterien.
Die anschließende Sekretionsphase wird durch das Hormon Progesteron induziert. In ihr erhalten die Drüsen der Functionalis einen gezackten bzw. geschlängelten Verlauf. Die Drüsenzellen beginnen mit der Produktion und Sekretion von Proteinen und Muzinen. Die Stromazellen im Stratum compactum lagern Glykogen und Lipide ein und bereiten sich so auf die Einnistung der Blastozyste vor, was als Dezidualisierung bezeichnet wird.
Kommt es nicht zu einer Befruchtung der Eizelle, folgt die Desquamationsphase. Sie ist durch sinkende Östrogen- und Progesteronspiegel charakterisiert. Die Spiralarterien kontrahieren, was eine Ischämie des Stratum functionale erzeugt. Durch Gewebsnekrosen und Entzündungsvorgänge kommt es schließlich zur Ablösung des Stratum functionale und zur Ausscheidung über die Vagina als Menstruation.
Klinik
Vom Endometrium können Entzündungen und Tumore ausgehen. Wichtige Erkrankungen sind:
Diagnostisch lässt sich das Endometrium unter anderem mithilfe der Sonographie (transvaginaler Ultraschall), der Hysteroskopie und durch Entnahme einer Endometriumbiopsie beurteilen.