Capmatinib
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LoslegenSynonym: INC280
Handelsnamen: Tabrecta®
Englisch: capmatinib
Definition
Capmatinib ist ein antineoplastischer Arzneistoff aus der Gruppe der Tyrosinkinaseinhibitoren, der das Protoonkogen c-Met hemmt.
Chemie
Capmatinib ist ein substituiertes Imidazol[1,2-b][1,2,4]triazin-Derivat. Es handelt sich um eine basische Verbindung.
Capmatinib hat die Summenformel C23H17FN6O. Das Molekulargewicht beträgt 412,4 g/mol.[1]
Wirkmechanismus
Capmatinib bindet selektiv an c-Met, auch "HGFR-Rezeptor" genannt und verhindert seine Phosphorylierung. Dadurch wird der durch c-Met aktivierte Signalweg unterbrochen. Bei Tumorzellen, die c-Met überexprimieren oder bei denen c-Met durch Mutationen konstitutiv aktiviert ist, führt diese Hemmung zur Apoptose.[2]
Pharmakokinetik
Der steady state wird nach dreitägiger Behandlung erreicht. Die Bioverfügbarkeit beträgt 70 % und wird durch Mahlzeiten nicht beeinflusst. Die Plasmaproteinbindung liegt bei 96 %, das Verteilungsvolumen bei 164 Litern. Capmatinib kann die Blut-Hirn-Schranke durchqueren. Die Biotransformation erfolgt überwiegend durch CYP3A4 und die Aldehydoxidase. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt 6,5 Stunden.[2]
Indikation
- Behandlung des fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC) mit Veränderungen, die zu METex14-Skipping führen, das eine systemische Therapie nach einer Behandlung mit Immuntherapie und/oder Platin-basierter Chemotherapie benötigen.[2]
Darreichungsform und Dosierung
Capmatinib ist als Filmtablette erhältlich. Die Dosierung beträgt 400 mg Capmatinib zweimal täglich. Wenn Nebenwirkungen auftreten, kann die Dosis auf minimal 200 mg zweimal täglich reduziert werden.[2]
Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.
Nebenwirkungen
- interstitielle Lungenerkrankung (ILD): Treten pulmonale Symptome auf, die auf eine ILD hinweisen könnten (Dyspnoe, Husten, Fieber), sollte eine Untersuchung auf ILD durchgeführt werden
- Lebertoxizität: Erhöhung von ALT, AST, Bilirubin
- Erhöhung von Pankreasenzymen (Amylase, Lipase)
- embryofetale Toxizität: Schwangere Frauen sollten nicht mit Capmatinib behandelt werden und unter der Behandlung sollte eine Kontrazeption durchgeführt werden.
- Photosensibilisierung
- periphere Ödeme
- verminderter Appetit
- Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Verstopfung
- Zellulitis, Pruritus, Hautausschlag, Urtikaria
- erniedrigte Plasmaspiegel an Natrium, Phosphat und Albumin[2]
Wechselwirkungen
Capmatinib wird durch CYP3A4 verstoffwechselt. CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Itraconazol, Clarithromycin, Indinavir) erhöhen die Plasmaspiegel von Capmatinib, was das Auftreten von Nebenwirkungen wahrscheinlicher macht. CYP3A4-Induktoren hingegen (z.B. Rifampicin, Johanniskraut) verringern die Plasmaspiegel von Capamtinib, was mit einer verringerten Wirksamkeit einhergehen kann.
Capmatinib kann CYP1A2 inhibieren, sodass die Verstoffwechselung von CYP1A2-Substraten wie Coffein, Theophyllin oder Tizanidin beeinflusst werden kann.
Capmatinib inhibiert zudem P-gp und BCRP und erhöht die Plasmaspiegel von Arzneistoffen, die Substrate dieser Transporter sind.[2]
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
- Schwangerschaft
Zulassung
Die Wirkung der Substanz wurde bei verschiedenen malignen Tumoren untersucht, u.a. bei Melanomen, Gliosarkomen, kolorektalen Karzinomen und anderen soliden Tumoren. Die Zulassung in Europa erfolgte im Jahr 2022.