Zementembolie
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LoslegenSynonym: Palacos-Embolie, Palacos-Reaktion
Englisch: Palacos Reaction, bone cement implantation syndrome (BCIS)
Definition
Eine Zementembolie ist eine Sonderform der Lungenembolie, die durch Embolisation von Knochenzement in den Lungenarterien entsteht.
Ätiologie
Zementembolien können nach orthopädischen Eingriffen mit Knochenzement (z.B. Palacos®), insbesondere nach Kyphoplastien, auftreten. Neben der direkten mechanischen Embolisation spielen vermutlich auch immunologische Prozesse sowie das kombinierte Auftreten mit Fettembolien pathophysiologisch eine Rolle.
Klinik
Die möglichen Symptome entsprechen denen einer Lungenembolie aus anderer Ursache. Mögliche Folgen sind:
- Arterielle Hypotonie
- Dyspnoe
- Hypoxie bzw. Zyanose
- Pulmonale Hypertonie bis hin zur Rechtsherzdekompensation
- Tachykardie, Arrhythmien bis hin zum plötzlichen Herzstillstand
Diagnostik
Zementembolien können bereits im Röntgen-Thorax auffallen. Im CT-Thorax mit CT-Angiographie kann der Embolus genauer dargestellt werden.
Z.n. Kyphoplastie BWK 4, 6 und 7. Ventral von BWK 6 Austritt von Knochenzement in eine rechte paravertebrale Vene sowie Zementembolie im Lungenunterfeld paramediastinal links.
Z.n. Kyphoplastie BWK 10 bis LWK 3. Zementembolien rechts im Lungenober- und -mittelfeld. Nebenbefundlich Kardiomegalie, Aortensklerose, Schwielenbildung im Bereich der linken und dorsalen Randwinkel.
Quellen
- Gaik et al. Knochenzementreaktion –Pathophysiologie,Diagnostik und Behandlungsoptionen Anästh Intensivmed, 2019