Serinprotease
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LoslegenDefinition
Serinproteasen sind Enzyme aus der Gruppe der Peptidasen, das heißt sie sind in der Lage Proteine und Peptide zu spalten. Sie besitzen in ihrem aktiven Zentrum die namensgebende Aminosäure Serin. Sie verwenden die Hydroxygruppe eines Serinrestes für die Spaltung einer Peptidbindung.
Biochemie
Serinproteasen weisen im aktiven Zentrum eine katalytische Triade aus Histidin, Asparaginsäure und Serin auf. Der Katalysemechanismus dieser Proteasen basiert auf zwei Mechanismen - der sog. Säure-Base-Katalyse und der kovalenten Katalyse (nukleophiler Angriff).
Bei der Säure-Base-Katalyse spielt vor allem der Imidazolring des Histidins im aktiven Zentrum eine Rolle. Das Histidin fungiert hier als basischer Katalysator. Bei der kovalenten Katalyse erfolgt durch eine reaktive Gruppe (OH-Gruppe des Serins) im aktiven Zentrum ein nukleophiler Angriff auf das Substrat. Dabei wird dieses kovalent an das Enzym gebunden.
Beispiele
Serinproteasen spielen bei vielen wichtigen Vorgängen eine große Rolle, wie zum Beispiel der Verdauung, der Blutgerinnung und der Immunreaktion. Relevante Vertreter sind u.a.:
- Trypsin
- Chymotrypsin
- Elastase
- Plasmin
- Thrombin (aktivierter Faktor II)
- Die aktivierten Gerinnungsfaktoren VII, IX, X, XI und XII
- Proteinase 3
- Neutrophile Elastase
Weitere Vertreter dieser Klasse sind:
- Kallikreine
- C1s (Teil des C1-Komplex des Komplementsystems)
- Mannose-bindendes-Lektin-assoziierte Serinprotease (MBL-assoziierte Serinprotease), ein Teil des Lektinwegs im Komplementsystem
Durch Inhibitoren können die im Blut zirkulierenden Serinproteasen unspezifisch oder spezifisch gehemmt werden. Eine spezifische Hemmung erfolgt besipielsweise durch die sogenannten Serpine. Beispiele der inhibierenden Serpine sind:
- das Antithrombin III
- das Alpha-1-Antitrypsin oder
- der Protein-C-Inhibitor
Klinik
Ist die Serinproteasehemmung durch eine Mutation gestört oder liegt ein Mangel des jeweiligen Inhibitors vor, können daraus schwere Erkrankungen resultieren, z.B.
- ein Lungenemphysem als Folge eines Alpha-1-Antitrypsinmangels oder
- Thrombosen