Infrarottherapie
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Synonyme: "Rotlicht", Infrarotbehandlung
Definition
Die Infrarottherapie ist ein Behandlungsverfahren der physikalischen Therapie. Sie wird unter anderem zur Vorbehandlung für die Krankengymnastik oder medizinische Massagen eingesetzt. Außerdem dient sie der unterstützenden Therapie von Erkrankungen des Bewegungsapparats. Die eingesetzte Infrarotstrahlung erzeugt in den Geweben Wärme. Die klassische Infrarottherapie ist eine thermische Wärmeanwendung. Davon abzugrenzen ist die Photobiomodulation mit niedrig dosiertem Rot- oder Nahinfrarotlicht, deren Wirkung nicht auf einer relevanten Gewebeerwärmung beruht.[1]
Wirkprinzip und Durchführung
Die Infrarotstrahlung wird im Gewebe absorbiert und in Wärme umgewandelt. Dies führt zu einer lokalen Durchblutungssteigerung und Muskelrelaxation. Bei der praktischen Anwendung muss der Abstand zur Infrarotlampe individuell angepasst werden. Die Bestrahlungsdauer richtet sich nach der gewünschten therapeutischen Wirkung und der individuellen Verträglichkeit. Während der Behandlung sind regelmäßige Kontrollen der Hautreaktion und des Wärmeempfindens erforderlich, um Überwärmung und Verbrennungen zu vermeiden.
Indikationen
Die thermische Infrarottherapie kann im Rahmen eines multimodalen Behandlungskonzepts zur symptomatischen Linderung ausgewählter, insbesondere chronischer muskuloskelettaler Beschwerden und Muskelverspannungen eingesetzt werden. Bei akut-entzündlichen Beschwerden ist sie nicht indiziert; krankheitsspezifische Anwendungsempfehlungen sind in den jeweiligen Spezialartikeln darzustellen.[2]
Kontraindikationen
Die Infrarottherapie ist kontraindiziert bei:
- ausgeprägten Sensibilitätsstörungen oder gestörter Wärmeempfindung (Verbrennungsgefahr)
- schweren lokalen Durchblutungsstörungen
- akuten fieberhaften oder entzündlichen Zuständen
- fehlender Fähigkeit zur zuverlässigen Rückmeldung über das Wärmeempfinden
Schutzmaßnahmen
Bei der Infrarottherapie muss ein ausreichender Abstand zur Lampe eingehalten werden, da sonst Verbrennungsgefahr besteht. Bei Anwendung im Gesichtsbereich ist eine Schutzbrille notwendig. Die Anwendung darf nicht auf geschädigter Haut erfolgen. Bei den im Abschnitt „Kontraindikationen“ genannten Risikofaktoren ist eine vorherige medizinische Abklärung erforderlich, da Verbrennungen unbemerkt entstehen können.[2]
Bei ungeschützter Exposition im Gesichtsbereich können Augenschäden auftreten. Lokale Überwärmung und verstärkte Hautreaktionen sind möglich. Bei wiederholter oder lang andauernder Wärmeeinwirkung kann ein Erythema ab igne entstehen; persistierende oder unklare Hautveränderungen sollten ärztlich abgeklärt werden.[3] Bei großflächiger Anwendung kann es zu einer Kreislaufbelastung kommen. Die Behandlung ist bei Schmerzen, übermäßiger Hautrötung oder Schwindel abzubrechen.
Quellen
- ↑ Maghfour et al., Evidence-based consensus on the clinical application of photobiomodulation, Journal of the American Academy of Dermatology, 2025
- ↑ 2,0 2,1 Lubrano et al., An International Multidisciplinary Delphi-Based Consensus on Heat Therapy in Musculoskeletal Pain, Pain and Therapy, 2023
- ↑ AWMF-S2e-Leitlinie „Arbeit unter Einwirkung von Infrarotstrahlung (Wärmestrahlung) – Gefährdungen und Schädigungen von Augen und Haut“, Version 5.0, abgerufen am 07.09.2026