Portokavale Anastomose
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LoslegenSynonyme: portosystemischer Shunt, portocavale Anastomose
Englisch: portocaval anastomosis
Definition
Als portokavale Anastomose wird eine Verbindung (Anastomose) zwischen Venen aus dem Einzugsgebiet der Vena portae einerseits und Venen aus dem Einzugsgebiet der Vena cava superior oder Vena cava inferior andererseits bezeichnet.
Pathophysiologie
Der Blutfluss durch portokavale Anastomosen hat physiologisch nur einen sehr geringen Umfang. Zu einer Zunahme des Shuntvolumens kommt es, wenn die portokavalen Anastomosen als Umgehungskreislauf genutzt werden. Das ist bei einer Behinderung des Blutflusses durch die Leber (portale Hypertension) der Fall, meist im Rahmen einer Leberzirrhose.
Als kongenitale Fehlbildung tritt ein portosystemischer Shunt im Rahmen der Abernethy-Malformation auf.
Vorkommen
Portokavale Anastomosen kommen an mehreren Stellen in der Bauchhöhle vor:
Ösophagus/Kardia
Die Vena gastrica sinistra und dextra bilden an der kleinen Kurvatur des Magens ein submuköses Geflecht, in dem die Venen des Magens (portal) mit den Venae oesophageales des Ösophagus (kaval) anastomosieren. Das Blut fließt weiter zur Vena azygos und Vena hemiazygos, die schlussendlich in die Vena cava superior münden.
Ein vermehrter Blutfluss durch das Venengeflecht führt zur Ausbildung von Ösophagusvarizen.
Rektum
Im venösen Geflecht des Corpus cavernosum recti anastomosieren die Vena rectalis superior (portal) mit den Venae rectales mediae und inferiores (kaval). Eine Stauung in diesem Bereich führt zum Anschwellen des Geflechts und zur Ausbildung von venösen Varizen. Auf diese Weise kann ein Hämorrhoidalleiden entstehen, das in den meisten Fällen jedoch durch andere Einflussfaktoren (u.a. Druckerhöhung des Schließmuskels) ausgelöst wird.
Nabelvenen
Über die Venae paraumbilicales kann Blut durch die Vena thoracoepigastrica, Vena epigastrica superior, Vena epigastrica superficialis oder Vena epigastrica inferior aus dem portalen System in das kavale System übergehen. Eine Erhöhung des Blutflusses in dieser Region führt zum klinischen Bild des Caput medusae.
Retroperitoneum
Kleine retroperitoneal gelegene Venen des kavalen und portalen Systems anastomosieren miteinander und stellen bei Bedarf durch Erweiterung einen weiteren Umgehungskreislauf dar.
Literatur
- Waldeyer et al. Anatomie des Menschen: Lehrbuch und Atlas in einem Band (De Gruyter Studium) (19th totaly rev. ed.), De Gruyter, 2012