Phenylalanin
Trainier deine Lernmuskeln!
Mit Flash Cards, Quiz und mehr
LoslegenSynonym: L-Phenylalanin
Abkürzungen: Phe, F
Englisch: phenylalanine
Definition
Phenylalanin ist eine aromatische Aminosäure mit dem chemischen Namen α-Amino-β-phenyl-propionsäure. Ihr charakteristisches Strukturmerkmal ist ein an die Kohlenwasserstoffkette angeschlossener Benzolring.
Chemie
Phenylalanin hat die Summenformel C9H11NO2 und eine molare Masse von 165,19 g/mol. Das Molekül hat ein chirales Zentrum und kommt in zwei Enantiomeren, als L-Phenylalanin (S-Phenylalanin) und D-Phenylalanin (R-Phenylalanin) vor. Nur die L-Form ist beim Menschen proteinogen, die D-Form kann nicht verstoffwechselt werden.
Metabolismus
Der menschliche Organismus ist nicht in der Lage, seinen Phenylalaninbedarf komplett aus Tyrosin zu synthetisieren und muss die essentielle Aminosäure daher zumindest teilweise über die Nahrung aufnehmen. Die erforderliche Tagesdosis beträgt etwa 1 bis 2 g.
Der Abbau erfolgt über das Zwischenprodukt Homogentisinsäure zu Oxalacetat und Acetyl-CoA, teilweise wird es auch unverändert über den Harn ausgeschieden.
Bedeutung
Phenylalanin ist wichtiger Bestandteil vieler Proteine, daneben dient es der Synthese von Tyrosin (oder umgekehrt). In einer Konzentration von etwa 10 mg/l kommt die Aminosäure im Plasma vor.
Labormedizin
Der Phenylalaninspiegel kann sowohl im Blutserum als auch im Urin bestimmt werden.
Referenzwerte im Serum
- Neugeborene bis 1 Monat: bis 150 µmol/l
- Säuglinge bis 1 Jahr: bis 120 µmol/l
- Kleinkinder 2-6 Jahre: bis 150 µmol/l
- Schulkinder 7-14 Jahre: bis 180 µmol/l
- Erwachsene: bis 240 µmol/l
Referenzwerte im Urin
- Neugeborene bis 1 Monat: bis 300 µmol/g Kreatinin
- Säuglinge bis 1 Jahr: bis 400 µmol/g Kreatinin
- Kleinkinder 2-6 Jahre: bis 300 µmol/g Kreatinin
- Schulkinder 7-14 Jahre: bis 200 µmol/g Kreatinin
- Erwachsene: bis 150 µmol/g Kreatinin
Pathophysiologie
Störungen in der Synthese von Tyrosin aus Phenylalanin führen zum Krankheitsbild der Phenylketonurie. Daneben kann eine Transportstörung im Rahmen des Hartnup-Syndroms zu teilweise schweren Entwicklungsstörungen und Symptomen führen.