Überlebensrate
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Synonym: Patientenüberleben
Englisch: survival rate, patient survival
Definition
Als Überlebensrate definiert man den Anteil der lebenden Patienten in einem Zeitraum nach Diagnosestellung oder nach einer bestimmten medizinischen Maßnahme. Sie wird unter anderem verwendet, um den Erfolg bzw. die Letalität einer Behandlungsmethode (wie z.B. nach Transplantation oder Chemotherapie) zu bewerten. Die Überlebensrate kann in Prozent oder auch als Dezimalzahl angegeben werden und wird häufig anhand einer Kaplan-Meier-Kurve grafisch dargestellt.
Hintergrund
In der Transplantationsmedizin gibt die Überlebensrate den Anteil der lebenden Patienten nach einer Transplantation an. Als Überlebenszeit gilt die Zeitspanne vom Tag der Transplantation bis zum Tag des Todes oder des letzten Follow-ups.
Berechnung
Die Überlebensrate wird für einen festgelegten Zeitpunkt als Anteil der bis dahin lebenden oder ereignisfreien Patienten angegeben. Bei unvollständiger Beobachtung werden die bis zum jeweiligen Zeitpunkt bekannten Beobachtungszeiten berücksichtigt; Patienten ohne beobachtetes Ereignis gehen bis zum Zeitpunkt der Zensierung in die Analyse ein und werden danach nicht weiter als gefährdet gezählt.[1] Zur Schätzung der Überlebensfunktion wird bei rechtszensierten Daten üblicherweise die Kaplan-Meier-Methode verwendet; sie berechnet die Überlebenswahrscheinlichkeit als Produkt der bedingten Überlebenswahrscheinlichkeiten der einzelnen Zeitintervalle.[2]
Einteilung
Man unterscheidet folgende Formen der Überlebensrate:
Interpretation
Die Überlebensrate verhält sich komplementär zur Mortalität.[3] Die absolute Überlebensrate beschreibt den Anteil der Patienten, die nach einer bestimmten Zeit noch leben; sie wird häufig als Ergänzung zur Letalität verwendet.[3] Die relative Überlebensrate setzt das Überleben Erkrankter in Beziehung zum Überleben einer vergleichbaren Allgemeinbevölkerung und dient dazu, den krankheitsspezifischen Einfluss auf das Überleben abzuschätzen.[3] Von der Überlebensrate zu unterscheiden sind Mortalität als Sterblichkeit einer Population, Letalität als Anteil der an einer Krankheit Verstorbenen und die Überlebenswahrscheinlichkeit als zeitabhängige Wahrscheinlichkeit, ein bestimmtes Intervall zu überleben.[3]
Anwendungsgebiete
Überlebensraten werden in der Transplantationsmedizin zur Beurteilung des Langzeiterfolgs verwendet und sind dort ein Standardparameter der Nachbeobachtung.[4] In der Onkologie dienen sie zur Beschreibung des Gesamtüberlebens und des krankheitsfreien Überlebens in klinischen Studien sowie in der Versorgungsforschung; sie sind auch ein zentraler Endpunkt in der Bewertung von Behandlungsverfahren.[5][6]
Einschränkungen
Die Aussagekraft von Überlebensraten hängt von der Länge und Vollständigkeit der Nachbeobachtung ab; unterschiedliche Beobachtungszeiten erschweren den Vergleich zwischen Kollektiven.[1] Zensierung muss bei der Auswertung berücksichtigt werden, da sonst Überlebenszeiten verzerrt geschätzt werden; die Kaplan-Meier-Methode ist gerade für rechtszensierte Daten entwickelt worden.[2] Konkurrierende Risiken und Unterschiede in Alter, Geschlecht, Grunderkrankung und Therapie machen den Vergleich verschiedener Patientenkollektive nur eingeschränkt möglich.[3]
Literatur
- EBPG Expert Group on Renal Transplantation. European best practice guidelines for renal transplantation. Section IV: Long-term management of the transplant recipient. IV.11 Paediatrics (Specific problems). Nephrol Dial Transplant. 2002;17 Suppl 4:55-58.
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Einführung in die Überlebenszeitanalyse, UKE, 2023, abgerufen am 21.10.2026
- ↑ 2,0 2,1 Überlebensanalyse nach Kaplan-Meier, IBM, 2025, abgerufen am 21.10.2026
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Wikipedia, Überlebensrate, 2026
- ↑ EBPG Expert Group on Renal Transplantation, European best practice guidelines for renal transplantation. Section IV: Long-term management of the transplant recipient. IV.11 Paediatrics (Specific problems), Nephrol Dial Transplant, 2002
- ↑ Medizinische Universitaet Innsbruck, abgerufen am 21.10.2026
- ↑ Thieme-Artikel zur Überlebensanalyse, abgerufen am 21.10.2026