Kaplan-Meier-Kurve
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Synonym: Überlebenszeitkurve
Definition
Kaplan-Meier-Kurven dienen der grafischen Darstellung von Überlebensraten. Hierbei wird auf der X-Achse die Zeit und auf der Y-Achse die Überlebensrate eingetragen. Die Überlebensraten lassen sich mit dem Kaplan-Meier-Verfahren ermitteln.
Anwendungsgebiete
In der medizinischen Forschung wird die Kaplan-Meier-Kurve häufig verwendet, um die Anteile überlebender Patienten nach unterschiedlichen Therapieformen miteinander zu vergleichen.
Methodik
Kaplan-Meier-Kurven beruhen auf einer stufenweisen Schätzung der Überlebensfunktion aus den einzelnen Ereigniszeitpunkten. Dabei wird an jedem Zeitpunkt nur die jeweils bis dahin noch gefährdete Population berücksichtigt; nach einem Ereignis sinkt die geschätzte Überlebenswahrscheinlichkeit schrittweise ab.[1] Rechtszensierte Beobachtungen gehen bis zu ihrem Zensierungszeitpunkt in die Berechnung ein und werden anschließend nicht mehr zur Gefährdetenpopulation gezählt.[1]
Darstellung und Interpretation
Kaplan-Meier-Kurven verlaufen treppenförmig; horizontale Abschnitte entsprechen Zeiträumen ohne Ereignis, die einzelnen Abfälle den Ereignissen. Zensierte Beobachtungen werden meist durch Markierungen auf der Kurve gekennzeichnet und verändern den Kurvenverlauf zum Zensierungszeitpunkt nicht.[2][3] Aus der Kurve lassen sich Überlebenswahrscheinlichkeiten zu vorgegebenen Zeitpunkten ablesen; die mediane Überlebenszeit ist der Zeitpunkt, an dem die geschätzte Überlebensfunktion erstmals 0,5 erreicht oder unterschreitet.[4][2] Für Überlebensschätzungen werden häufig Konfidenzintervalle angegeben, um die Unsicherheit der Schätzung darzustellen.[2]
Statistischer Gruppenvergleich
Zum Vergleich mehrerer Kaplan-Meier-Kurven wird in der Regel der Log-Rank-Test verwendet. Er prüft, ob sich die Überlebensverteilungen der Gruppen über die Beobachtungszeit unterscheiden.[5][1] Der Test setzt voraus, dass die Zensierung nichtinformativ ist und dass sich das Gruppenverhältnis des Ereignisrisikos über die Zeit nicht wesentlich ändert; bei sich kreuzenden Kurven ist seine Anwendung oft nicht geeignet.[5]
Voraussetzungen und Limitationen
Die Kaplan-Meier-Schätzung setzt unabhängige Beobachtungen und eine nichtinformative, also vom weiteren Verlauf unabhängige Zensierung voraus.[1][6] Bei kleinen Stichproben, wenigen Ereignissen oder hoher Zensierungsrate wird die Kurve ungenauer und weniger belastbar.[6] Kreuzen sich die Kurven verschiedener Gruppen, spricht dies gegen ein konstantes relatives Risiko und schränkt die Interpretation sowie den Einsatz des Log-Rank-Tests ein.[5]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Kaplan-Meier-Verfahren, abgerufen am 21.10.2026
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Survival Analysis - StatPearls - NCBI Bookshelf, abgerufen am 21.10.2026
- ↑ A practical guide to understanding Kaplan-Meier curves, abgerufen am 21.10.2026
- ↑ Kaplan–Meier Survival Analysis, abgerufen am 21.10.2026
- ↑ 5,0 5,1 5,2 12. Survival analysis, abgerufen am 21.10.2026
- ↑ 6,0 6,1 Biostatistics Series Module 9: Survival Analysis, abgerufen am 21.10.2026