Morbus Fabry
Trainier deine Lernmuskeln!
Mit Flash Cards, Quiz und mehr
LoslegenSynonyme: Fabry-Krankheit, Fabry-Syndrom oder Fabry-Anderson-Krankheit
Definition
Der Morbus Fabry ist eine lysosomale Speicherkrankheit und beruht auf einem Defekt der alpha-Galaktosidase A, der zur intrazellulären Speicherung von Globotriaosylceramid (Gb3) führt.
Epidemiologie
Die Inzidenz beträgt 1:40.000 bis 1:117.000.
Ätiopathogenese
Die Erkrankung beruht auf X-chromosomal-rezessiv vererbten Defekten des lysosomalen Enzyms alpha-Galaktosidase A. Über 900 verschiedene Mutationen des hierfür codierenden GLA-Gens sind beschrieben. Der Enzymdefekt führt zur intrazellulären Speicherung des Zeramidtrihexosids (Gb3), eines Sphingolipids. Seine terminale Bindung zu einer alpha-Galactose wird normalerweise durch die GLA hydrolysiert.
Klinik
Die Erkrankung führt in der Regel im späten Kindesalter zu Symptomen. Sie imponiert durch Schmerzattacken und Parästhesien in Händen und Füßen. Weiterhin beobachtet man zahlreiche Angiokeratome der Haut, auch bei Konduktoren.
Die Erkrankung führt ebenfalls zu Nephropathien, zur Kardiomyopathie, sensorineuralem Hörverlust und zu Trübungen der Hornhaut.
Möglich sind ebenfalls Störungen der Funktionen des vegetativen Nervensystems mit Hypohidrose und gestörter Temperaturregulation.
Durch die Einlagerung von Gb3 in Gefäßwänden sind ein Herzinfarkt, ein Niereninfarkt und ein Schlaganfall möglich.
Diagnostik
Die Diagnosestellung gelingt molekularbiologisch durch Sequenzierung des GLA-Gens. Außerdem kann in Fibroblastenkulturen, in Leukozytenkulturen, im Plasma und im Serum eine verminderte GLA-Aktivität nachgewiesen werden (weniger sensitiv). Werden Organbiopsate durchgeführt (z.B. zur Abklärung einer Kardiomyopathie), so finden sich in Semidünnschnitten oder in der Elektronenmikroskopie zwiebelschalenartige, intrazelluläre Gb3-Akkumulate.
Aktuell (2022) ist der Morbus Fabry noch kein Bestandteil des Neugeborenenscreenings.
Therapie
Die Erkrankung wird durch Enzymersatztherapie mit alpha-Galaktosidase behandelt. Für einige Missense-Mutationen ist es außerdem möglich, das defekte Enzym mithilfe des pharmakologischen Chaperons Migalastat zu stabilisieren.
Bei einem Teil der Patienten lindern Carbamazepin und Diphenylhydantoin die Schmerzen. Wenn der betroffene Patient eine Niereninsuffizienz entwickelt hat, können eine Nierendialyse und eventuell auch eine Nierentransplantation notwendig werden.
Prognose
Die Lebenserwartung ist eingeschränkt.