Induziertes Erbrechen
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LoslegenSynonym: therapeutisches Erbrechen
Definition
Induziertes Erbrechen ist ein ärztlich ausgelöstes Erbrechen, das als Therapiemaßnahme bei einer akuten Intoxikation mit einem oral aufgenommenen Giftstoff eingesetzt wird.
Rationale
Durch induziertes Erbrechen versucht man, die Menge des inkorporierten Gifts und damit seine weitere Resorption zu vermindern. Die Maßnahme ist nur kurz nach der Aufnahme des Gifts sinnvoll, wenn das Gift nicht bereits in weiter distal gelegene Abschnitte des Gastrointestinaltrakts gelangt ist.
Durchführung
Das induzierte Erbrechen wird durch Gabe von Emetika ausgelöst. Angewendete Substanzen sind:
- Ipecacuanha: Wird als Sirup sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen eingesetzt. Die Wirkung tritt etwa nach 20 bis 30 Minuten ein. Risiken sind Störungen des Säure-Basen-Haushaltes und anhaltender, starker Brechreiz mit Mallory-Weiss-Syndrom.
- Apomorphin: Nur noch selten eingesetzt. Wirkt als zentraler D2-Rezeptoragonist in der Area postrema und weiteren Anteilen des Brechzentrums. Wird s.c. oder i.m. gegeben.
Stellenwert
Die Bedeutung des induzierten Erbrechens bei akuten Vergiftungen hat zugunsten von Maßnahmen abgenommen, die besser kontrollierbar sind und weniger Komplikationen verursachen. Dazu zählen z.B. die Magenspülung oder die Gabe von Aktivkohle.
Kontraindikationen
- Bewusstseinsstörung (Aspirationsgefahr)
- Vergiftung mit Säuren oder Laugen (Zweitkontakt mit Ösophagus und Mundraum kann zusätzliche Läsionen auslösen.
- Vergiftungen mit schaumbildenden Stoffen oder organischen Lösungsmitteln (Aspirationsgefahr)
- labile respiratorische oder kardiale Situation