Follikulitis
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LoslegenSynonyme: Folliculitis, Haarwurzelentzündung, Haarbalgentzündung
Englisch: folliculitis
Definition
Die Follikulitis ist eine Entzündung der Haarfollikel. Eine häufige Form der Follikulitis ist die Folliculitis barbae des Barthaares.
- ICD10-Code: L73.9
Ätiologie
Infektiöse Follikulitis
Auslöser ist meist Staphylococcus aureus, eine grampositive Bakterienart, die als Saprophyt auf der Haut der meisten Menschen vorkommt. Es können aber auch andere Erreger, wie z.B. Pseudomonas aeruginosa oder Malassezia furfur, ursächlich sein. Eine Infektion mit Candida albicans kann eine Folliculitis barbae candidomycetica verursachen. Bei gehäuftem Auftreten von Follikulitiden kann ein Eisenmangel vorliegen. Eine gramnegative Follikulitis sieht man nach langer Antibiotikatherapie der Akne.
Nicht-infektiöse Follikulitis
Neben den infektiösen Formen kommen auch nicht-infektiöse Formen der Follikulitis vor. Dazu zählen unter anderem:
- Eosinophile pustulöse Follikulitis (Ofuji-Syndrom)
- Pseudofolliculitis barbae
- Folliculitis decalvans
- Folliculitis sclerotisans nuchae (Ätiologie noch nicht eindeutig geklärt)
Pathophysiologie
Die Follikulitis entsteht durch eine Entzündung des oberen Anteils des Haarfollikels. Bakterien, meist Staphylococcus aureus, dringen in den Follikel ein und lösen eine lokale Entzündungsreaktion aus. Begünstigende Faktoren sind Mikrotraumen durch Rasur, verstärktes Schwitzen, Okklusion durch enge Kleidung sowie eine gestörte Hautbarriere. Die Immunantwort führt zur Bildung von Eiter und den typischen klinischen Zeichen.
Symptome/Klinik
Die Follikulitis zeigt sich als kleine, erythematöse Papeln oder Pusteln, die um die Haarfollikel zentriert sind. Die Läsionen sind meist juckend oder schmerzhaft. Bei oberflächlichen Formen findet sich eine umschriebene Rötung mit zentraler Eiterbildung. Tiefere Formen können zu Knotenbildung und stärkeren Schmerzen führen. Die Läsionen können einzeln oder multipel auftreten.
Diagnostik
Die Diagnose erfolgt in der Regel klinisch anhand des typischen Erscheinungsbildes. Bei therapieresistenten oder rezidivierenden Fällen sollte eine mikrobiologische Untersuchung mit Abstrich und Antibiogramm durchgeführt werden. Eine Biopsie ist nur bei unklaren Fällen oder Verdacht auf nicht-infektiöse Formen indiziert. Die Differentialdiagnose umfasst Akne, Pseudofollikulitis, Keratosis pilaris und Miliaria.
Prädilektionsstellen
Komplikationen
Durch Verstopfung des Follikelausganges kann die Entzündung auf den gesamten Haarbalg und seine bindegewebige Umgebung übergreifen. So kann ein Furunkel oder ein Karbunkel entstehen. Letzteres sind mehrere, nebeneinander liegende, konfluierte Furunkel. Im Gegensatz zu diesen Formen entstehen nach der Abheilung der Follikulitis keine Narben. Ausgehend von einer Follikulitis kann sich auch eine Perifollikulitis entwickeln.
Therapie
Lokaltherapie
Die Lokaltherapie erfolgt bei oberflächlichen Verlaufsformen mit einem Antiseptikum, wie z.B. Chlorhexidin, Polihexanid oder Triclosan. Eine antibiotische Lokaltherapie mit Chloramphenicol oder Fusidinsäure kann ebenfalls erfolgen.
Systemische Therapie
Eine systemische antibiotische Therapie bei schweren Verlaufsformen kann mit Flucloxacillin oder Clindamycin erfolgen.
Prognose
Die Prognose der Follikulitis ist in der Regel gut. Oberflächliche Formen heilen meist innerhalb von 7–10 Tagen narbenlos ab. Bei adäquater Therapie kommt es zur vollständigen Restitutio ad integrum. Rezidive sind jedoch häufig, besonders bei prädisponierenden Faktoren wie Diabetes mellitus oder Immunsuppression. Chronische Verläufe können zu Hyperpigmentierung oder Narbenbildung führen.