Crizanlizumab
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Definition
Crizanlizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der gegen P-Selektin gerichtet ist. Er wird zur Prävention vasookklusiver Krisen bei der Sichelzellanämie eingesetzt.
Wirkmechanismus
P-Selektin ist ein Zelladhäsionsmolekül, das auf der Oberfläche von aktivierten Endothelzellen und aktivierten Thrombozyten vorkommt. Das Glykoprotein spielt eine wichtige Rolle bei der Rekrutierung und Aggregation von Thrombozyten bei Gefäßverletzungen. Bei einer Sichelzellanämie ist es überexprimiert. Ihm wird eine zentrale Rolle bei der Auslösung vasookklusiver Krisen zugeschrieben.
Crizanlizumab bindet selektiv an P-Selektin und inaktiviert das Protein dadurch.
Pharmakokinetik
Crizanlizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der parenteral verabreicht werden muss. Sein Verteilungsvolumen beträgt etwa 4,26 Liter, die Halbwertszeit liegt bei 10,6 Tagen.[1]
Indikation
- Prävention wiederkehrender vasookklusiver Krisen bei Sichelzellanämie. Die Anwendung kann als Monotherapie oder als Zusatztherapie zur Gabe von Hydroxyurea erfolgen.
Darreichungsform und Dosierung
Crizanlizumab wird als intravenöse Infusion verabreicht. Die empfohlene Dosis beträgt 5 mg/kgKG, verabreicht über 30 Minuten in Woche 0 und 2 und danach alle vier Wochen.
Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.
Nebenwirkungen
Mögliche Nebenwirkungen von Crizanlizumab sind:[1]
- Infusionsbedingte Reaktionen: Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen, Ermüdung, Schwindelgefühl
- Schmerzen im Mund-Rachen-Bereich
- Nausea, Abdominalschmerz, Diarrhö, Erbrechen
- Arthralgien, Rückenschmerzen, Myalgien
- Beeinträchtigung der Untersuchung zur Bestimmung der Thrombozytenzahl, insbesondere bei Verwendung von EDTA-Röhrchen. Durch ein Verklumpen der Thrombozyten ist das Ergebnis der Untersuchung nicht mehr aussagekräftig; eine Beeinträchtigung der Thrombozyten in vivo wurde nicht gezeigt.
Wechselwirkungen
Mögliche Wechselwirkungen wurden nicht in Studien untersucht. Wechselwirkungen auf Ebene des Cytochrom-P450-Systems sind nicht zu erwarten. Wechselwirkungen mit Hydroxyurea wurden nicht beobachtet.[1]
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder gegen Bestandteile von CHO-Zellen
Zulassung
Crizanlizumab ist seit November 2019 in den USA durch die FDA zugelassen. Der Wirkstoff wird von Novartis entwickelt. Im Januar 2019 erhielt er von der FDA den Status einer "Breakthrough Therapy". Im Juli 2020 empfahl der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA die Zulassung von Crizanlizumab. Im Oktober desselben Jahres wurde der Arzneistoff zugelassen.
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Fachinformation: Adakveo 10 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, gelbe Liste online, aufgerufen am 16.01.2021