Xenotransplantation
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LoslegenSynonyme: xenogenetische Transplantation, heterogene Transplantation, heterologe Transplantation, Hetero-Transplantation
Englisch: xenotransplantation, heterologous transplantation
Definition
Nach der Definition des American Public Health Service vom 23.09.1996 ist die Xenotransplantation eine Übertragung (Transplantation) von lebenden Zellen, Geweben oder Organen zwischen Individuen verschiedener Spezies.
Ein Beispiel für eine Xenotransplantation ist die Übertragung einer Herzklappe von einem Schwein auf einen Menschen.
Voraussetzungen
Die immunologische Barriere zwischen verschiedenen Spezies ist noch grösser als zwischen verschiedenen Individuuen der gleichen Spezies, deshalb müssen bei den Spendertieren vorher durch einen gentechnischen Eingriff menschliche Genbestandteile in die Keimbahn gebracht werden, um das Transplantatabstoßungsrisiko zu minimieren. Durch diesen Eingriff entsteht eine transgene Linie, deren Nachkommen ebenfalls die genetischen Veränderungen aufweisen. Einen solchen Organismus, der Merkmale verschiedener Spezies in sich vereinigt, nennt man eine Chimäre.
Juristischer Hintergrund
Das seit dem 01.12.1997 geltende Transplantationsgesetz regelt nur die Übertragung von menschlichen Organen, Organteilen oder Geweben auf andere Menschen. Nach §6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 des Tierschutzgesetzes ist eine Organentnahme zu wissenschaftlichen und Transplantationszwecken unter Betäubung erlaubt.
Ein tierisches Organ ist nach §2 und 3 des Arzneimittelgesetzes als ein Arzneimittel zu sehen. Ausnahmen bilden im Ganzen zur Transplantation vorgesehene Tierorgane wie das Herz, die Niere, die Leber, der Darm, die Lunge und das Pankreas.
Juristisch gesehen handelt es sich bei der Xenotransplantation um einen Heilversuch.
Risiken
In-vitro-Untersuchungen zeigen, dass nicht humanpathogene Viren nach der Implantation eines tierischen Organs durch Rekombination mit menschlichen Viren äusserst gefährlich werden können. Ebenso können Retroviren über Speziesbarrieren hinweg übertragen werden.
Indikation
Der Eingriff muss für den Empfänger die letzte Chance sein, es dürfen keine anderen gesicherten Methoden zur Behandlung verfügbar sein. Ferner muss der Eingriff eine langfristige Besserung erwarten lassen.
Anwendungsgebiete
Wegen der noch nicht hinreichend geklärten Risiken handelt es sich um seltene Einzelfälle.