Drogenpsychose
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LoslegenSynonyme: drogeninduzierte Psychose, substanzinduzierte Psychose
Definition
Unter einer Drogenpsychose versteht man eine Art der Psychose, die durch den Konsum von Drogen hervorgerufen wird. Dabei kommen als Rauschmittel vor allem folgende Wirkstoffe in Frage:
- Kokain
- Heroin
- Amphetamin
- halluzinogene Substanzen wie LSD, Mescalin und psilocybinhaltige Pilze
- Alkohol
- Cannabis
Bei Letztgenanntem mehren sich die Studien, die einen Zusammenhang zwischen dem regelmäßigen Konsum von Cannabis und der Entstehung einer Schizophrenie beobachten. Eine Drogenpsychose kann unter Umständen irreversibel sein.
Formen
Eine Drogenpsychose kann nach ICD-10 aufgrund von der induzierenden Droge, der pharmakologisch wirksamen Dauer der Droge, dem psychotischen Verlauf und dem Charakter der Symptome in verschiedene Formen eingeteilt werden. Diese verschiedenen Formen einer drogeninduzierten Psychose sind:
- vorwiegend halluzinatorisch
- vorwiegend affektiv
- vorwiegend polymorph
- vorwiegend wahnhaft
- schizophrenieform
Ursachen
- in manchen Fällen genügt eine einmalige Applikation einer bestimmten Droge, um eine Psychose auszulösen
- Es herrscht die gängige Meinung, dass sämtliche Drogen eine vorhandene, latente Schizophrenie auslösen können
- Das Krankheitsbild der Drogenpsychose muss stets von einer Schizophrenie abgegrenzt werden.
- der Konsum von Drogen kann eine zurückliegende psychiatrische Grunderkrankung wieder neu hervorrufen und zu einem mitunter stärkerem Rückfall führen
- insbesondere der Konsum von LSD und psilocybinhaltigen Pilzen lösen Psychosen ähnliche Symptome aus
Unterschied zu anderen Psychosen und Schizophrenie
Der entscheidende Unterschied zwischen einer Drogenpsychose und einer psychiatrischen Grunderkrankung (wie z. B. der Schizophrenie) ist die Tatsache, dass der Drogenkonsument häufig auch innerhalb des Rausches noch erkennen kann, dass die wahrgenommenen Halluzinationen inneren Ursprungs (also durch die Drogen ausgelöst) sind.
Cannabispsychose
- besonders gefährdet sind junge Cannabiskonsumenten, die Träger einer bestimmte Mutation des COMT-Gens sind. Je früher hier mit dem Konsum von Cannabis begonnen wird, desto ungünstiger ist die Prognose
- extrem große Ähnlichkeit mit den psychotischen Schüben, wie sie im Rahmen einer paranoiden Schizophrenie auftreten können; daher ist eine exakte Unterscheidung alleine durch Beobachtung des Patienten schwierig
- nach dem heute gültigen Vulnerabilitäts-Stress-Modell bezogen auf schizophrene Personen liegt die Vermutung nahe, dass chronischer Cannabiskonsum bei vulnerablen Personen im Sinne eines Stressors zu verstehen ist, der eine länger anhaltende psychotische Episode auslösen kann
Kokainpsychose
- paranoid wahnhafte Empfindungsstörungen
- optische, taktile und akustische Wahrnehmungsstörungen
- der Glaube, Insekten krabbeln über die Haut des Konsumenten
- kann chronisch bleiben
Behandlung
Die Behandlung erfolgt wie bei allen anderen Psychosen. Auch bei der Drogenpsychose besteht die Gefahr, dass der Patient nicht mehr ohne Betreuung auskommt. Allerdings besteht nach Verzicht auf die auslösende Droge die Chance, dass die Psychose ausheilt. Die beste Prognose ist hier bei der Cannabispsychose zu stellen.