Status epilepticus
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LoslegenSynonym: epileptischer Status
Definition
Als Status epilepticus bezeichnet man einen persistierenden epileptischen Anfall oder eine Serie von nicht vollständig reversiblen epileptischen Anfällen.
Klassifikation
Generell kann jeder epileptische Anfall in einen Status degenerieren, wobei gemäß der jeweiligen Anfallsform
- konvulsive (Grand-mal-Status)
- fokale und
- nonkonvulsive Status
unterschieden werden.
Konvulsiver Status
Ätiologie
Konvulsive Status können als Erstmanifestation oder Komplikation eines generalisierten Anfalls (Grand mal) imponieren. Als sekundäre Ursachen gelten Hypoglykämie, Alkohol- und Drogenentzug.
Klinik
Grand-mal-Status sind durch anhaltende (>5 Minuten) tonisch- klonische Krämpfe und Bewusstlosigkeit des Anfallsleidenden charakterisiert. Auch mehrere Anfälle hintereinander ohne vollständige Remission zwischen den einzelnen Anfällen werden als Status epilepticus bezeichnet. Aufgrund der potentiellen Ausbreitung der pathologischen neuronalen Erregungsbildung auf die vitalen Regelzentren des Stammhirns (Atemzentrum, Kreislaufzentrum), die Sturzsymptomatik und den lateralen Zungenbiss gelten sie als komplikationsreich und akut lebensbedrohlich.
Diagnostik
Ein erstmalig auftretender konvulsiver Status unbekannter Genese erfordert die Ursachenabklärung mittels
- Blutzuckermessung und
- bildgebender Diagnostik (CCT, MRT)
Therapie
Die Therapie erfolgt durch stufenweise intravenöse Applikation von
- Benzodiazepinen (Lorazepam, Diazepam) und
- nicht anästhetische Antikonvulsiva (z.B. Valproat)
Bei therapierefraktären Verläufen sollten anästhetische Antikonvulsiva (z.B. Phenobarbital) hinzugezogen werden, die gegebenenfalls durch medikamentöse Muskelrelaxation und Intubation des Patienten zu ergänzen sind.
Hypoglykämien sind durch begleitende Glucoseinfusionen auszugleichen.
Fokaler Status
Fokale Status äußern sich durch partiell motorische Anfallsleiden ohne Beeinträchtigung des Bewusstseins. Sie werden als unangenehm empfunden, sind jedoch nicht lebensbedrohlich. Als Sonderform und eigenständiges Krankheitsbild mit Statuscharakter gilt die Epilepsia partialis continua.
Therapie
Die Therapie erfolgt mittels intravenöser Applikation von Benzodiazepinen, wie z.B. Lorazepam oder Diazepam.
Nonkonvulsiver Status
Als nonkonvulsive Status werden Status aller nicht motorischen Anfallsleiden (partielle Anfälle, Absence-Anfälle) bezeichnet, deren Symptomatik sich vorwiegend in psychischen Beschwerden äußert, darunter
- anhaltende Desorientiertheit
- Persönlichkeitsveränderungen
- geistige Retardierung
- Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
Diagnostik
Aufgrund der unspezifischen Symptomatik ist die Diagnostik des nonkonvulsiven Status erschwert. Typisch ist das Auftreten von Delta-Wellen und Krampfpotentialen (Sharp-waves, Spikes) im EEG-Befund.
Therapie
Die Behandlung des nonkonvulsiven Status erfolgt mittels intravenöser Benzodiazepinapplikation und (Erst-)Einstellung mit oralen Antikonvulsiva (z.B. Valproat, Phenytoin).
siehe auch: Epilepsie