Frozen shoulder
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LoslegenSynonym: fibröse Schultersteife, adhäsive Kapsulitis, adhäsives Subacromialsyndrom
Definition
Unter der Frozen shoulder versteht man chronische, entzündliche Veränderungen im Bereich der Schultergelenkkapsel, welche zu einer temporären Einsteifung des Schultergelenks führen.
Die Frozen shoulder stellt die adhäsive Form der Periarthropathia humeroscapularis (PHS) dar.
- ICD10-Code: M75.0
Epidemiologie
Es handelt sich um eine häufige Erkrankung, von der vor allem Patienten zwischen vierzig und sechzig Jahren betroffen sind und die bei jedem viertem Patienten an beiden Schultern auftritt. Männer sind seltener betroffen als Frauen.
Ätiopathogenese
Prädisponierend wirken eine KHK, Erkrankungen der Halswirbelsäule sowie Stoffwechselerkrankungen.
Die genaue Entstehung der entzündlichen Veränderungen ist noch nicht geklärt. Histologisch imponiert die Erkrankung durch eine Fibrose des periartikulären Gewebes sowie durch perivaskuläre Infiltrate.
Klinik
Die Erkrankung kann sich über mehrere Monate bis Jahre erstrecken. Man unterscheidet verschiedene Stadien:
- Stadium I (2-9 Monate): In diesem Stadium kann das Schultergelenk frei bewegt werden, jedoch klagen die Patienten über Schmerzen, die insbesondere nachts auftreten.
- Stadium II (4-12 Monate): In diesem Stadium steht die Einschränkung der aktiven und passiven Beweglichkeit im Vordergrund, wobei die Schmerzen nachlassen.
- Stadium III (bis zu 24 Monate): In diesem Stadium klingen die Symptome ab.
Diagnostik
Klinische Untersuchung
Im Rahmen der klinischen Untersuchung zeigen sich dem Krankheitsstadium entsprechende Befunde.
Bildgebung
In der Regel werden Röntgenbilder in zwei Ebenen angefertigt sowie ebenfalls eine Sonographie durchgeführt, um andere Erkrankungen auszuschließend.
Die Frozen shoulder stellt häufig eine Ausschlussdiagnose dar.
Differenzialdiagnose
Differenzialdiagnostisch sollte an eine Tendinosis calcarea, an eine Omarthrose sowie an ein subakromiales Impingement gedacht werden.
Therapie
Konservativ
Die Behandlungsstrategien sind uneinheitlich, wobei für die meisten Therapieansätze Evidenz fehlt. Vor allem für Patienten mit einer Krankheitsdauer von unter einem Jahr wird eine intraartikuläre Applikation vom Glukokortikoiden empfohlen, die aber nicht unumstritten ist. Außerdem kommen Physiotherapie und Elektrotherapie zum Einsatz. Weitere Therapieansätze sind:
- orale Einnahme von NSAR und/oder Glukokortikoiden
- subakromiale Injektion von Glukokortikoiden
Wenn auch nach sechs Monaten noch Beschwerden bestehen, kann eine Narkosemobilisation durchgeführt werden. Dabei wird das betroffene Schultergelenk unter Kurznarkose in alle Richtungen bewegt, um die Adhäsionen zu lösen. Nach der Narkosemobilisation werden eine Thorax-Arm-Abduktionsschiene in einer Abduktion von neunzig Grad angelegt sowie krankengymnastische Übungen durchgeführt.
Operativ
Wenn die oben beschriebenen Therapiemaßnahmen nach sechs bis zwölf Monaten nicht zu einer Besserung der Beschwerden geführt haben, wird eine arthroskopische Spaltung der Gelenkkapsel durchgeführt.