Passenger Lymphocyte Syndrome
Trainier deine Lernmuskeln!
Mit Flash Cards, Quiz und mehr
LoslegenAbkürzung: PLS
Definition
Das Passenger Lymphocyte Syndrome ist ein Phänomen, das gelegentlich nach Transplantation von Knochenmark oder anderen Organen auftritt. Bei der Transplantation mit übertragene B-Lymphozyten des Organspenders produzieren Antikörper gegen erythrozytäre Antigene des Empfängers und verursachen eine Hämolyse.
Hintergrund
Knochenmark und Organe werden häufig Blutgruppen-inkompatibel transplantiert, da die Kompatibilität im ABO-System für die Organfunktion und das Transplantatüberleben von geringer Bedeutung ist. Die beim Passenger Lymphocyte Syndrom gebildeten Antikörper sind daher meistens Anti-A- oder Anti-B-Antikörper bei einem Minor-inkompatiblen Spender. Seltener werden auch irreguläre erythrozytäre Antikörper, z.B. Anti-D, bei einem Passenger Lymphocyte Syndrome festgestellt.
Die Hämolyse beginnt typischerweise 5-15 Tage nach Transplantation. Sie ist meistens mild, kann aber auch klinisch relevant sein. Der direkte Coombstest ist positiv, ebenso wie andere Hämolysezeichen.
Literatur
Hows J et al: red blood cell antibodies and immune hemolysis after allogeneic bone marrow transplantation. Blood 1986; 67: 177-81 (frei zugänglich).