Nicht-akzidentelles Schädel-Hirn-Trauma
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LoslegenSynonyme: Schütteltrauma, Shaken-Baby-Syndrom, Shaken-Impact-Syndrom
Englisch: shaken baby syndrome, abusive head trauma
Definition
Das Nicht-akzidentelle Schädel-Hirn-Trauma, kurz NASHT, beschreibt als rechtsmedizinischer Begriff die Folge einer Kindesmisshandlung mit meist schweren neurologischen Folgen und relativ geringen äußerlich sichtbaren Verletzungen.
Pathogenese
Wie der Begriff Schütteltrauma suggeriert, entsteht ein NASHT durch starkes Schütteln des Säuglings oder Kleinkinds. Durch starke Rotations- und Scherkräfte kommt es dabei zum Abriss der dünnwandigen Brückenvenen und damit zur Subduralblutung. Dabei tritt venöses Blut zwischen Dura mater und Arachnoidea und bildet einen pathologischen Spaltraum, das Spatium subdurale. Die Blutung breitet sich dort nahezu ungehindert aus.
Lässt sich gleichzeitig eine Schädelverletzung diagnostizieren - durch zusätzlichen Aufprall des Schädels auf einer harten Oberfläche - spricht man auch von einem Shaken-Impact-Syndrom.
Symptome
Sehr häufig fehlen äußerliche Verletzungen. Für Kindesmisshandlungen typisch treten meist zusätzlich Rippen- und Schädelfrakturen auf. Die meisten Symptome sind jedoch neurologischer Natur und werden nach frühestens mehreren Stunden durch starke Verhaltensänderungen bemerkt. Aufgrund später Diagnosen, kommt es häufig zu bleibenden neurologischen Langzeitschäden bzw. bei etwa einem Viertel der Fälle sogar zum Tod.
Kurzfristig auftretende Symptome
Als erstes Anzeichen lassen sich neurologische Ausfälle beobachten. Bewusstseinsstörungen und eine eingeschränkte Vigilanz sind typisch. Um ein prominentes Beispiel zu nennen, hören Säuglinge unmittelbar nach dem Schütteln auf zu schreien und sind plötzlich ruhiger bzw. schläfriger als zuvor.
Langfristig auftretende Symptome
Nach einiger Zeit kommt es zu neurologischen Beeinträchtigungen und Ausfällen. Da Säuglinge noch nicht sprechen können, erweist sich die Diagnose von Sprachbeeinträchtigungen als sehr schwierig. Des weiteren kann es zu Netzhautblutungen und starken Kopfschmerzen (durch Anstieg des intrakraniellen Drucks) kommen.
Diagnostik
- Kraniale Computertomographie (cCT)
- Schädel-MRT (cMRT)
- Ophthalmoskopie (Diagnostik retinaler Blutungen)