Morbus Ménétrier
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Loslegennach dem franz. Arzt Pierre Eugène Ménétrier (1859–1935)
Synonym: Riesenfaltengastritis, Morbus Menetrier, diffuse foveoläre Hyperplasie, hyperplastische Gastropathie, Ménétrier-Syndrom, Ménétrier' Faltenhyperplasie des Magens
Englisch: Menetrier's disease
Definition
Der Morbus Ménétrier ist eine seltene Erkrankung des Magens, die mit einer Hyperplasie von Bestandteilen der Magenschleimhaut und auffälliger, grober Faltenbildung einhergeht.
Ätiologie
Die Ätiologie des Morbus Ménétrier ist bislang (2007) nicht vollständig geklärt. Häufig findet sich eine Infektion mit Helicobacter pylori als begleitender Befund. Im Kindesalter besteht eine Assoziation zu Infektionen mit dem Cytomegalievirus. Der Morbus Ménétrier findet sich gehäuft bei Männern mittleren Alters.
Pathologie
Makroskopisch ist eine Verdickung der Magenschleimhaut mit erheblich vergröberter Faltenbildung, betont an der großen Kurvatur des Magens, festzustellen.
Im mikroskopischen Präparat sind folgende Befunde zu erheben:
- Zystische Erweiterung und Verlängerung einzelner Foveolae mit Verschleimung
- Atrophie der Magendrüsen mit Verlust von säureproduzierenden Belegzellen
- Ödematöse Auftreibung der Schleimhaut mit Infiltraten von Entzündungszellen (häufig Eosinophilie)
- In die Schleimhaut hineinreichende Muskelzellbalken
Klinik
Symptome entstehen infolge der pathologischen Veränderungen und sind:
- Achlorhydrie
- Entzündliche Exsudation aus der Magenschleimhaut mit Verlust von Plasmaproteinen, daher häufig Hypoproteinämie (CAVE: generalisierte Ödeme)
- Bei Zerstörung von Parietalzellen kann eine Anämie entstehen (Cobalaminmangel)
- Diarrhö
Je nach Ausprägungsgrad der Erkrankung können auch einzelne Symptome fehlen.
Wichtigste Komplikation des Morbus Ménétrier ist die maligne Entartung, d.h. der Übergang in ein Magenkarzinom, er gilt daher als Präkanzerose.
Diagnostik
Die Diagnose eines Morbus Ménétrier kann nach Durchführung einer Gastroskopie mit Entnahme von Biopsien aus repräsentativen Arealen gestellt werden. Dabei sollte auch immer nach einer Infektion mit Helicobacter pylori gesucht werden.
Therapie
Bei Nachweis einer Helicobacter-pylori-Infektion, entsprechend einer chronischen Gastritis Typ B, sollte immer zunächst eine Helicobacter-pylori-Eradikation erfolgen. Diese kann zur Rückbildung des Befundes führen. Der Therapieverlauf sollte durch eine erneute Gastroskopie nach einigen Wochen kontrolliert werden.
Bei einer Persistenz des Befundes in der Kontrolle sollten engmaschig Gastroskopien erfolgen. Werden in den hierbei entnommenen Biopsien progressive Veränderungen im Sinne zunehmender Dysplasien aufgedeckt, ist eine Gastrektomie angezeigt.