Helicobacter-pylori-Eradikation
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LoslegenEnglisch: Helicobacter pylori eradication
Definition
Die Helicobacter-pylori-Eradikation ist eine medikamentöse Therapie zur möglichst vollständigen Beseitigung des Bakteriums Helicobacter pylori bei infizierten Personen.
Therapieschemata
In der Helicobacter-pylori-Eradikation haben sich zwei Standardtherapien als First-Line-Therapie durchgesetzt:
- Amoxicillin + Clarithromycin + Protonenpumpeninhibitor (PPI) (französisches Schema)
- Metronidazol + Clarithromycin + PPI (italienisches Schema)
Die Medikamente werden über mindestens 7 Tage, besser bis zu 14 Tage lang eingenommen. Der Protonenpumpeninhibitor ist austauschbar, die günstigste Lösung stellt hierbei das Omeprazol dar, die interaktionsärmste Lösung das Pantoprazol. Alle Medikamente können p.o. eingenommen werden.
Als weitere Erstlinientherapie kommt die kombinierte ("konkomittierende") Vierfachtherapie mit Clarithromycin 2 x 500 mg + Amoxicillin 2 x 1.000 mg + Metronidazol 2 x 400 mg + PPI (1-0-1) in Frage.[1]
Als Zweitlinientherapie kann eine Sequenztherapie genutzt werden. Hierbei wird an Tag 1 bis 5 Amoxicillin 2 x 1.000 mg + PPI eingenommen und anschließend an Tag 6 bis 10 auf Clarithromycin 2 x 500 mg + Metronidazol 2 x 400 mg + PPI (1-0-1) gewechselt.
Alternative Therapieschemata
Die Verwendung von Bismutsalzen wurde aufgrund störender Nebenwirkungen (u.a. Zungenverfärbung) als Erstlinientherapie weitgehend verlassen. Sie kommt aber bei Therapieresistenz in alternativen Protokollen als Bismut-Quadrupeltherapie zum Einsatz (Bismut 4 x 140 mg + Tetrazyklin 4 x 125 mg + Metronidazol 4 x 125 mg + PPI).
Ist eine perorale Medikamentengabe nicht erfolgsversprechend (wiederholtes Erbrechen, Malabsorption) können die Standardtherapien auch intravenös verabreicht werden.
Bei einer Allergie oder Kontraindikationen gegen Penicilline und/oder Makrolide bzw. intolerablen Nebenwirkungen können alternative Therapieschemata angewendet werden, z.B.:
- Metronidazol 3 x 500 mg/d + Doxycyclin 3 x 100 mg/d + Bismutpräparat + Protonenpumpenionhibitor 2 x täglich.
- Rifabutin 300 mg/d + Levofloxacin 2 x 250 mg/d + Protonempumpeninhibitor
Hierbei ist jedoch vorab eine Resistenzprüfung vorzunehmen!
Indikationen
Für die Helicobacter-pylori-Eradikation gibt es harte und weiche Indikationen. Absolute Indikationen sind:
- Gastroduodenale Ulkuskrankheit mit Nachweis von Helicobacter pylori
- MALT-Lymphom (Helicobacter triggert die Lymphozytenproliferation)
- nach Resektion eines Magenkarzinoms
- atrophische Gastritis
Die weiteren Indikationen sind im Einzelfall abzuwägen und umfassen unter anderem:
- Dyspepsie und Refluxbeschwerden bei positivem 13C-Harnstoff-Test
- erstgradige Verwandte von Patienten mit Magenkarzinomen
- vor einer Dauertherapie mit NSAR
- idiopathische Thrombozytopenie
- Karzinomprävention
- Eisenmangelanämie unklarer Genese
Der Nachweis von Helicobacter pylori ist vor einer Eradikation immer anzustreben, am besten durch Probeexzisionen im Rahmen einer Gastroskopie, zumindest durch den 13C-Harnstoff-Test.
Eine probatorische Helicobacter-pylori-Eradikation sollte nur erfolgen, wenn keine Alarmsymptome vorliegen, welche eine Gastroskopie befürworten:
- Dysphagie
- unklarer Gewichtsverlust
- wiederholtes Erbrechen
- unklare Anämie
- Gastrointestinalblutung
- Malabsorption
- andere Grunderkrankungen mit möglicher Beteiligung des Gastrointestinaltraktes
Quellen
- ↑ Fischbach W et al.: S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit