Mikrogenie
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LoslegenSynonyme: Brachygenie, mandibuläre Mikrognathie
Definition
Unter Mikrogenie versteht man einen zu kleinen, hypoplastischen Unterkiefer, der sich im Profil u.a. durch ein zurückverlagertes Kinn bemerkbar macht.
Ursachen
Eine Mikrogenie kann angeboren oder erworben sein. Eine angeborene Mikrogenie sieht man bei bestimmten Fehlbildungssyndromen, wie dem Pierre-Robin-Syndrom, dem Marshall-Syndrom oder dem Smith-Lemli-Opitz-Syndrom. Sie kann auch bei Trisomie 3 auftreten.
Erworbene Mikrogenien sind meist die Folge einer Osteomyelitis oder eines Traumas (z.B. OP), die nachfolgend zu einer Wachstumshemmung der Mandibula führen.
Klinik
Die Mikrogenie führt zu einem fliehenden Kinn mit negativer Lippenstufe und in ausgeprägten Fällen zu einem Vogelgesicht. Die Okklusion ist durch den Überbiss in der Regel deutlich beeinträchtigt, die Kaufunktion eingeschränkt.
Therapie
Zur Korrektur einer Mikrogenie ist meist ein kieferchirurgischer Eingriff im Sinne einer Genioplastik erforderlich. Die Wahl des Operationsverfahrens ist abhängig von der Ausprägung des Befunds sowie der Lage des Unterkiefers zur Maxilla. Mögliche Verfahren sind die retromolare sagittale Osteotomie ("sagittale Spaltung") oder die Kallusdistraktion des Unterkiefers.