Keimzelltumor
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LoslegenEnglisch: germ cell tumor(GCT)
Definition
Unter einem Keimzelltumor versteht man eine Raumforderung, die ihren Ursprung in einzelnen Keimzellen nimmt. Dabei unterscheiden sich die Tumore stark in ihren Eigenschaften, je nachdem, ob sie bei Frauen oder Männer vorkommen. Bei Männern können sowohl maligne, als auch benigne Keimzelltumore auftreten. Bei Frauen sind praktisch fast alle Tumore dieser Klasse gutartig - mit wenigen Ausnahmen.
Keimzelltumore bei Männern
Dottersacktumor
Der Dottersacktumor kommt in der Regel bei Jungen bis 4 Jahren vor und befällt die Hoden. Es handelt sich um eine maligne Neubildung. Andere Bezeichnungen sind:
Teratom
Das Teratom kommt etwas häufiger bei Männern vor, kann aber auch bei Frauen auftreten. Er entsteht aus Keimzellen verschiedenster Gewebearten, die sich in dem Tumor teilweise ausdifferenzieren können. Teratome können sowohl gutartig, als auch bösartig vorliegen. Treten sie im Kindesalter auf, handelt es sich meistens um die benigne Form.
Seminom
Das Seminom entwickelt sich aus Spermatogonien und stellt den mit Abstand häufigsten Hodentumor dar. Diese Keimzelltumor ist bösartig, die Behandlungsprognose ist jedoch dennoch relativ günstig.
Chorionkarzinom
Beim Chorionkarzinom handelt es sich um einen Keimzelltumor, der im Hoden auftritt. Selten werden Wachstumsherde im Bereich der Harnblase gefunden. Er tritt meist bei jungen Männern zwischen 12 und 20 auf und ist durch einen erhöhten hCG-Spiegel charakterisiert. Das Chorionkarzinom ist hochgradig aggressiv und metastasiert früh hämatogen (Lunge, Leber, Niere, Milz).
Keimzelltumore bei Frauen
Dysgerminom
Das Dysgerminom tritt meist um das 20. – 25. Lebensjahr auf und geht auf entartete, pluripotente Keimzellen zurück. Es handelt sich um einen malignen Tumor, der häufig junge Mädchen und Schwangere befällt. Er manifestiert sich im Genitalbereich. Das Dysgerminom metastasiert relativ schnell über die Lymphe; dennoch ist die Heilungschance gut.
Teratom
Wie bei Männern, können Teratome auch bei Frauen auftreten. Sie befallen die Ovarien, sind aber bei Frauen überwiegend gutartig. Teratome entwickeln sich aus allen drei Keimblättern und können innerhalb ihrer Kapsel diverse Gewebetypen (z.B. Nervengewebe, Muskelgewebe, Zähne, etc.) enthalten. Extrem selten kommt es zur Ausbildung eines malignen Teratoms auch bei Frauen. Auffällig werden diese durch eine Erhöhung der Blutkonzentration von Alpha-1-Fetoprotein.
Chorionkarzinom
Das Chorionkarzinom kann bei der Frau als Keimzelltumor oder Trophoblasttumor auftreten. Es kommt nur sehr selten vor. Es befällt den Uterus oder die Ovarien und zeichnet sich durch eine frühe Metastasierung und eine schlechte Heilungsprognose aus.
Dottersacktumor
Der Dottersacktumor der Frau ähnelt histologisch stark dem frühen embryonalen Gewebe des Dottersacks. Er tritt meistens um das 18. Lebensjahr auf und besitzt eine ungünstige Heilungsprognose. Der wichtigste Prognosefaktor ist dabei die Resektabilität. Während bei Kleinkindern frühe Stadien meist gut resezierbar sind, ist die Prognose nach der Pubertät in der Regel schlecht (> 50% bereits metastasiert).