Orexin
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Loslegenvon altgriechisch: ὄρεξις ("orexis") - Verlangen, Appetit
Synonym: Hypocretin
Englisch: orexin
Definition
Orexin ist ein Neuropeptid, das im Subthalamus gebildet wird und im ZNS die Regulation des Energiehaushaltes und der Vigilanz beeinflusst.
Genetik
Orexin wird durch das HCRT-Gen auf Chromosom 17 an Genlokus 17q21 kodiert.
Formen
Es gibt Orexin A und Orexin B. Sie werden synonym auch als Hypocretin-1 und Hypocretin-2 bezeichnet. Die Aminosäuresequenz beider Neuropeptide ist zu etwa 50% identisch. Sie werden durch Spaltung aus einem gemeinsamen Präkursor-Protein gebildet.
Orexin A besteht aus 33 Aminosäureresten und hat zwei intramolekulare Disulfidbrücken. Orexin B ist ein lineares Peptid mit 28 Aminosäureresten. Die Orexine binden an zwei G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, OX1R und OX2R. Orexin A bindet mit etwa der gleichen Aktivität an beide Rezeptoren, Orexin B bindet hauptsächlich an OX2R und ist weniger potent als Orexin A.
Geschichte
Orexin gehört zu den neueren Neuropeptiden und wurde erst in den 1990er Jahren entdeckt. Der japanische Wissenschaftler Masashi Yanagisawa beschrieb als erster die appeitsteigernde Wirkung einer Orexin-Injektion in den Hypothalamus einer Ratte.
Wirkung
Orexin hat eine große Wirkung auf das Schlaf-Wach-Verhalten. Eine Mutation in dem Gen, welches den Orexinrezeptor codiert, wird als Ursache für Narkolepsie vermutet. Orexin hat außerdem eine katabole Funktion und kann daher bei der Behandlung von Essstörungen eingesetzt werden. Orexin hat dabei ähnliche Wirkungen auf den Blutzuckerspiegel wie die Inkretine.
Klinik
Mutationen im HCRT-Gen, welche die Rezeptorbindung beeinträchtigen, führen zu einer Narkolepsie und Kataplexie. Patienten, die an Narkolepsie und Kataplexie leiden, haben oft eine erniedrigte Orexin-Konzentration im Liquor cerebrospinalis.
Pharmakologie
Orexin-Rezeptorantagonisten (z.B. Daridorexant oder Suvorexant) kommen in der medikamentösen Behandlung von Durchschlafstörungen zum Einsatz.