Hepatitis-Serologie
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LoslegenSynonym: Hepatitis-A-B-C-Such-Diagnostik
Englisch: hepatitis serology
Definition
Hepatitis-Serologie ist ein Sammelbegriff für Laboruntersuchungen, die eine bestehende oder abgelaufene Virushepatitis nachweisen können und zu deren Diagnose beitragen.
Kurzversion
| ...für Kliniker | ...für den Betriebsarzt |
|---|---|
| Anti-HAV IgM | Anti-HAV IgG |
| HBs-Ag und Anti-HBc | Anti-HBs (quantitativ) |
| Anti-HCV | Anti-HCV |
| (Anti-HEV IgM) | - |
Labormedizin
Material
Für die Untersuchung werden 4 ml Serum benötigt.
Parameter
Abhängig vom klinischen Zusammenhang, der konkreten Fragestellung und dem vom Labor angebotenen Testportfolio können die untersuchten Parameter variieren. Üblicherweise werden im Rahmen der Hepatitis-Serologie insbesondere die Parameter für Hepatitis-A-B-C untersucht.
Hepatitis A
- Anti-HAV IgM: Screening auf akute Hepatitis A
- Anti-HAV IgG: Frage nach abgelaufener Hepatitis A, Immunität
Es werden auch Anti-HAV IgG/IgM-Kombiteste angeboten. Diese werden bei positivem Ergebnis weiter differenziert.
Hepatitis B
- HBs-Ag (Hepatitis B-Surface Antigen): Screening auf akute Hepatitis B, Virus-Antigen im Blut weist eine aktuell stattfindende Virusreplikation nach.
- Anti-HBc (Antikörper gegen Hepatitis B-Core-Antigen): Frage nach abgelaufener Hepatitis B, keine Unterscheidung ob ausgeheilt oder chronisch.
- Anti-HBs (Antikörper gegen Hepatitis B-Surface-Antigen): Immunität nach Impfung oder Erkrankung.
Auftreten von Anti-HBs bei positivem Anti-HBc weist auf eine Ausheilung hin. Wenn nur Anti-HBs positiv ist, wurde der Proband geimpft. Bei unklarer Konstellation können ergänzend Anti-HBc IgM, HBe-Ag und Anti-HBe untersucht werden, außerdem HBV-DNA. Kurz nach einer Hepatitis-Impfung kann HBs-Ag falsch positiv sein, es wird der Impfstoff nachgewiesen.
siehe auch: Hepatitis-B-Serologie
Hepatitis C
- Anti-HCV: Screening auf Hepatitis C, keine Unterscheidung ob ausgeheilt oder chronisch.
- HCV-RNA: Nachweis von Virusgenom im Blut weist aktive Infektion nach. Zur Therapiekontrolle (HCV-RNA quantitativ, "Viruslast").
Ein positiver Anti-HCV-Test muss bei Erstdiagnose durch einen Immunoblot bestätigt werden. Wegen der Konsequenzen für die Therapie wird stattdessen häufig sofort die HCV-RNA-Untersuchung inclusive Genotypisierung durchgeführt.
Für den direkten Virusnachweis kommt auch die Bestimmung des HCV-Ag (HCV-Core-Antigen) in Frage, analog zum HBs-Ag. Diese Methode steht seit Mitte der 2000er-Jahre zur Verfügung, ist aber nicht weit verbreitet.
Hepatitis D
Ein negatives HBs-Ag schließt eine Hepatitis D aus, da das Hepatitis-D-Virus nur zusammen mit dem Hepatitis-B-Virus auftreten kann. Für den Nachweis einer Koinfektion, z.B. bei besonders schwerem Verlauf einer Hepatitis B, können Anti-HDV und HDV-RNA untersucht werden.
Hepatitis E
- Anti-HEV IgM: Screening auf akute Hepatitis E
- Anti-HEV IgG: Frage nach abgelaufener Hepatitis E, Durchseuchungsmarker
Differentialdiagnostik
Nach Ausschluss einer Virushepatitis im engeren Sinne kommen auch andere Viren als Ursache einer Hepatitis in Frage. Dazu zählen in erster Linie das Epstein-Barr-Virus (EBV, Erreger der Mononukleose) und das Zytomegalievirus (CMV).
Meldepflicht
Alle neu diagnostizierten Virus-Hepatitiden sind meldepflichtig.
Literatur
- Laborlexikon.de, abgerufen am 17.03.2021