Habitueller Abort
Trainier deine Lernmuskeln!
Mit Flash Cards, Quiz und mehr
LoslegenSynonym: Wiederholte Spontanabortneigung
Definition
Unter einem habituellen Abort wird das Aufeinanderfolgen von drei oder mehr spontanen frühen Fehlgeburten vor der 12. SSW aufgefasst.
Ätiologie
Die Ursachen für Spontanaborte sind vielseitig. Unter anderem sind in Betracht zu ziehen:
- Antiphospholipid-Syndrom
- Thrombophilie
- Genetische Ursachen (Chromosomenaberrationen)
- Endokrine Störungen (z.B. Hyperthyreose, Hypothyreose, Diabetes mellitus)
- Uterusanomalien (u.a. Uterusmyome, Uterus septus bicornis, Zervixinsuffizienz, intrauterine Synechien)
- (chronische) Infektionen
- Morbus haemolyticus neonatorum
Diagnostik
Eine sorgfältige Anamnese und gynäkologische Untersuchung führen zur Formulierung von Verdachtsdiagnosen. Zur weiteren diagnostischen Klärung des Spontanabortes herangezogene Untersuchungen sind:
- Sonographie der weiblichen Geschlechtsorgane
- Hysteroskopien (ggf. Endometriumbiopsien, fraktionierte Abrasio)
- Erstellung von Karyogrammen (relevante Translokationen ?)
- Prüfung auf das Lupus-Antikoagulans
- labormedizinische Abklärung einer Thrombophilie
- Zervixabstrich für eine bakteriologische Untersuchung (Chlamydien, Mykoplasmen)
- serologische Untersuchungen (u.a. Toxoplasmose, Listeriose, Röteln, Syphilis, CMV)
- Bestimmung der Geschlechtshormone, Gonadotropine und Prolaktin
- Abklärung einer Ovarialinsuffizienz
- basales TSH
- Lipoprotein (a) erhöht
Therapie
Die Therapie des habituellen Aborts richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache. Sie sollte immer durch einen Reproduktionsmediziner bzw. entsprechend erfahrenen Gynäkologen geführt werden.
Die Optionen sind vielfältig und umfassen unter anderem:
- Immunglobulin-Präparate, ASS und Heparin bei Thrombophilie bzw. Antiphospholipid-Syndrom
- Pränataldiagnostik mit Amniozentese für eine Karyotypisierung des Ungeborenen
- Optimierung der Behandlung endokriner Funktionsstörungen
- Behandlung von Infertilität
- operative Korrektur bei Uterusanomalien
- prophylaktische Cerclagen bei bestimmten Fällen der Zervixinsuffizienz
Ein besonderes Augenmerk ist auf eine gute und ausreichende Psychosomatikpsychosomatische und psychologische Zuwendung zur Patienten zu richten.