Gams
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Englisch: chamois
Definition
Die Gämse (Rupicapra rupicapra) ist ein Paarhufer aus der Unterfamilie der Ziegenartigen (Caprinae) innerhalb der Familie der Hornträger (Bovidae). Sie bewohnt Gebirgsregionen in Europa und Kleinasien.
Taxonomie
Die Gämse gehört zur Gattung Rupicapra, die zwei Arten umfasst: die Alpen-Gämse (R. rupicapra) und die Pyrenäen-Gämse (R. pyrenaica). Es werden mehrere Unterarten unterschieden, darunter die Alpengämse (R. r. rupicapra) und die Karpatengämse (R. r. carpatica).
Morphologie
Gämsen erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 110–130 cm bei einem Körpergewicht von 25–50 kg. Das Fell zeigt eine saisonale Färbung: im Sommer rotbraun, im Winter dunkelbraun bis schwarz. Charakteristisch sind die hakenförmig nach hinten gebogenen Hörner, die bei beiden Geschlechtern vorkommen. Die Klauen sind spreizbar und ermöglichen sicheren Halt im felsigen Gelände.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die Alpen, Pyrenäen, Karpaten, den Balkan sowie Teile des Kaukasus und Anatoliens. Gämsen bewohnen bevorzugt Höhenlagen zwischen 1.000 und 3.000 Metern über dem Meeresspiegel.
Medizinische und veterinärmedizinische Bedeutung
Gämsen können als Reservoirwirte für verschiedene Infektionskrankheiten fungieren. Von veterinärmedizinischer Relevanz sind:
- Gamsblindheit (infektiöse Keratokonjunktivitis durch Mycoplasma conjunctivae)
- Räude durch Sarcoptes-Milben
- Paratuberkulose durch Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis
- verschiedene Endoparasiten wie Lungenwürmer und Magen-Darm-Nematoden
In der Wildtierhaltung und bei der Jagd sind zoonotische Aspekte zu beachten. Gamsfleisch kann bei unsachgemäßer Verarbeitung Trichinellose übertragen. Gämsenhaare können bei sensibilisierten Personen allergische Reaktionen auslösen.