Etanercept
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Definition
Etanercept kommt bei der Therapie der Psoriasis und rheumatischer Erkrankungen als Immunsuppressivum zum Einsatz.
Aufbau
Etanercept ist ein in den Ovarialzelllinien des Hamsters gentechnologisch hergestelltes Protein, das aus 934 Aminosäuren aufgebaut ist. Dabei handelt es sich um ein dimeres Fusionsprotein, welches eine Kombination aus dem Rezeptor des Tumornekrosefaktors und der Untereinheit des menschlichen IgG-Antikörpers darstellt.
Wirkmechanismus
Etanercept kann proinflammatorische Mediatoren binden und sie folglich inaktivieren. Hierzu gehört sowohl der Tumornekrosefaktor-alpha (TNFA) als auch das Lymphotoxin, die beide Zytokine darstellen. Dadurch, dass Etanercept aus einer Ligandenbindungsdomäne des Tumornekrosefaktors aufgebaut ist, kann es diesen Entzündungsmediator binden und funktionsuntüchtig machen, so dass der eigentliche Rezeptor im menschlichen Körper nicht aktiviert wird und ein Entzündungsvorgang somit ausbleibt.
Indikation
Der Arzneistoff wird aufgrund seiner entzündungshemmenden Wirkung in der Behandlung rheumatischer Krankheiten und der Psoriasis eingesetzt, da es sich hierbei um chronisch entzündliche Erkrankungen handelt. Bei der Psoriasis nimmt Etanercept nach Ansicht mancher Autoren den letzten Platz unter den Biologika ein.[1]
Nebenwirkungen
- häufige Infektionen (Atemwegsinfektionen, Zystitis, Hautinfektionen etc.)
- Allergien, lokale Hautreaktionen
- Fieber
- Blutbildveränderungen, Anämien
- Wiederaufleben einer durchlebten Tuberkulose
Quellen
- ↑ Biologika zur Therapie der Psoriasis. Arzneimitteltelegramm 2019; 50:33-6.