Coxa plana
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von lateinisch: planus - flach, eben
Englisch: coxa plana, coxa planae
Definition
Als Coxa plana bezeichnet man eine Hüftgelenkdeformität, die durch eine Abflachung des Femurkopfes und sekundär des Azetabulums gekennzeichnet ist. Es kommt zu einer Inkongruenz der Gelenkflächen, die von einer Subluxation des Femurkopfes begleitet sein kann.
Hintergrund
Die Coxa plana ist eine radiomorphologische Folge verschiedener Erkrankungen. Sie tritt häufig im Rahmen eines Morbus Perthes auf. Dieser manifestiert sich bevorzugt im Kindesalter zwischen dem 4. und 8. Lebensjahr. Jungen sind etwa viermal häufiger betroffen als Mädchen. Die Inzidenz liegt bei etwa 10 bis 15 pro 100.000 Kindern.
Beim Morbus Perthes führt eine Minderdurchblutung der Femurkopfepiphyse zu einer Osteonekrose. Während der nachfolgenden Fragmentations- und Reparationsphase kann sich der Femurkopf abflachen und verbreitern.
Ätiologie
Mögliche Ursachen der Coxa plana sind:
- Morbus Perthes
- Aseptische Knochennekrose nach medialer Schenkelhalsfraktur oder unsachgemäßer Hüftreposition
- Morbus Gaucher
- Hypothyreose
- Sichelzellanämie
- Thalassämie
Klinik
Die Coxa plana manifestiert sich typischerweise durch:
- Hinken in Form eines Schonhinkens oder Trendelenburg-Hinkens
- Bewegungseinschränkung des Hüftgelenks, insbesondere der Abduktion und Innenrotation
- Beinlängendifferenz durch die Abflachung des Femurkopfes
- Schmerzen in Hüfte, Leiste oder Knie als fortgeleitete Schmerzen
- positives Trendelenburg-Zeichen bei Insuffizienz der hüftumgreifenden Muskulatur
Unbehandelt kann die Coxa plana zur Entwicklung einer sekundären Coxarthrose führen.
Diagnostik
Die Diagnose der Coxa plana erfolgt primär durch bildgebende Verfahren. Im Röntgen zeigt sich die charakteristische Abflachung des Femurkopfes mit Verbreiterung und Entrundung. Die Magnetresonanztomographie (MRT) ermöglicht eine frühzeitige Beurteilung von Knorpelschäden und Knochenmarködemen. Zusätzlich können Szintigraphie und Computertomographie (CT) zur weiteren Abklärung eingesetzt werden.
Therapie
Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache und dem Schweregrad der Deformität. Bei Morbus Perthes steht die konservative Behandlung mit Entlastung, Physiotherapie und gegebenenfalls Orthesenversorgung im Vordergrund. Operative Maßnahmen umfassen Umstellungsosteotomien am Femur oder Becken, um die Kongruenz des Hüftgelenks zu verbessern. Bei fortgeschrittener Coxarthrose kann eine Hüftendoprothese erforderlich werden.
Prognose
Die Prognose hängt wesentlich vom Zeitpunkt der Diagnosestellung und dem Beginn der Therapie ab. Bei frühzeitiger Behandlung, insbesondere im Kindesalter, können gute funktionelle Ergebnisse erzielt werden. Unbehandelt führt die Coxa plana häufig zu einer vorzeitigen Coxarthrose mit entsprechenden Bewegungseinschränkungen und Schmerzen. Das Risiko für eine spätere endoprothetische Versorgung ist erhöht.