Cornelia-de-Lange-Syndrom
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Loslegennach Cornelia de Lange (1871-1950), holländische Kinderärztin, 1933 erstmals beschrieben
Synonym: Brachmann-de-Lange-Syndrom
Englisch: Cornelia de Lange syndrome
Definition
Beim Cornelia-de-Lange-Syndrom, kurz CdLS, handelt es sich um eine genetisch bedingte Dysmorphie, also multiple angeborene Fehlbildungen.
Inzidenz
Die Inzidenz beträgt etwa 1 zu 10.000 Neugeborenen.
Genetik
Das Cornelia-de-Lange-Syndrom folgt einem autosomal-dominantem Erbgang. Die Ursache des Syndroms ist zur Zeit (2015) noch nicht eindeutig geklärt. Es tritt sowohl familiär als auch sporadisch auf, zum anderen werden eine Duplikation des 3q26.3-Gens oder eine Mutation des NIPBL-Gens vermutet, welche sich jedoch nicht bei allen betroffenen Individuen nachweisen lassen.
Symptome
Kinder mit einem Cornelia-de-Lange-Syndrom weisen charakteristische faziale sowie körperliche Dysmorphien auf. Hierzu zählen
Faziale Anomalien
- Hypertrichose
- lange, buschige Wimpern
- Synophris (zusammengewachsene Augenbrauen)
- tiefer Haaransatz
- Hypertelorismus
- Stubsnase mit breitem Nasenrücken
- verstrichenes Philtrum, schmale Oberlippe, nach unten gezogene Mundwinkel
Körperliche Anomalien
- Prä-/Postnataler Minderwuchs
- Mikrozephalie
- Herzvitien
- otoakustische Anomalien mit resultierenden Augenprobleme sowie Hörbeeinträchtigungen
- Extremitätenanomalien
- gastrointestinale Anomalien mit der Folge von Aspirationsneigung und einer gastroösophagealen Refluxsympromatik, häufigen Hustens, Würgens und Erbrechens
- Monodaktylie
Psyche und Intellekt
Die geistige Entwicklung kann interindividuell sehr variieren. Die Kinder entwickeln mit dem Alter autistische Züge und sind hyperaktiv und rastlos. Die Sprachentwicklung ist meist deutlich eingeschränkt und kann in einigen Fällen ganz ausbleiben. Die betroffenen Patienten können jedoch Möglichkeiten entwickeln, mit differenzierten Zeichen (Mimik, Gestik, Laut) zu kommunizieren. Das rezeptive Sprachverständnis ist besser als das aktive Ausdrucksvermögen.
Therapie
Eine kausale Therapie ist nicht möglich. Der geistigen Retardierung sollte möglichst früh mit einer angemessenen Förderung des Kindes, zum Beispiel durch gebärdenunterstützte Kommunikation, begegnet werden.