Autoimmunes lymphoproliferatives Syndrom
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LoslegenSynonym: Canale-Smith-Syndrom
Definition
Das autoimmune lymphoproliferative Syndrom, kurz ALPS, ist eine seltene angeborene Erkrankung, bei der die Anzahl von Lymphozyten erhöht ist (Lymphozytose).
Ätiologie und Einteilung
Dem ALPS liegt eine gestörte Apoptose zugrunde. Die Anzahl von Lymphozyten erhöht sich, wenn das Immunsystem z.B. bei einer bakteriellen Infektion aktiviert wird. Nach Abklingen der Infektion reduziert sich die Zahl der Zellen normalerweise durch den programmierten Zelltod wieder. Mutationen in verschiedenen Genen können ursächlich für das ALPS sein. Je nach betroffenem Gen werden aktuell vier Typen der Erkrankung unterschieden.
Typ Ia
Die Mehrzahl der Erkrankten tragen Mutationen im Gen FAS, das für den Fas-Rezeptor codiert. Dieses Transmembranprotein wird unter anderem auf aktivierten T- und B-Zellen exprimiert. Durch Bindung des Liganden FasL wird die Apoptose der entsprechenden Zelle induziert. Die Mutationen liegen meistens in der intrazellulären Domäne, so dass davon ausgegangen wird, dass sie die Signaltransduktion nach Bindung des Liganden verhindern.
Typ Ib
Beim Typ Ib liegen die Mutationen im Gen, das für den Liganden FasL codiert. Das veränderte Proteine ist nicht mehr in der Lage, an den Fas-Rezeptor zu binden und das Singal für die Apoptose zu vermitteln.
Typ II
In wenigen Fällen konnten ursächliche Mutationen in Genen identifiziert werden, die für die Caspase 8 und 10 codieren. Die beiden Caspasen agieren vermutlich downstream vom Fas-Rezeptor und modulieren die Apoptose.
Typ III
Unter diesem Typ werden alle Erkrankungen zusammengefasst, bei denen keine der oben genannten Mutationen identifiziert werden können. Es ist davon auszugehen, dass es sich um eine heterogene Gruppe handelt, die in Zukunft weiter aufgeschlüsselt werden wird.
Symptomatik
- generalisierte Lymphknotenschwellung
- Splenomegalie
- Hepatomegalie
- polyklonale Hypergammaglobulinämie
- hämolytische Anämie
- Autoimmunthrombozytopenien
- Neutropenien
- stark erhöhtes Risiko für das Auftreten von malignen Lymphomen
Diagnostik
Die typische Veränderung der Zellzahlen kann im Blutbild nachgewiesen werden (Erhöhung der T- und B-Zellen, erhöhte Level von IgG und IgA). Im Blut können außerdem häufig Autoantikörper (antinukleäre Antikörper, Anticardiolipin-Antikörper) identifiziert werden.
Therapie
Im Vordergrund steht die symptomatische Behandlung. Es sollte eine regelmäßige Überwachung zur Früherkennung von Tumoren erfolgen. Bei starker Splenomegalie kann die Indikation zur Splenektomie gegeben sein.