Variables Immundefektsyndrom
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LoslegenSynonym: Common variable immune deficiency, CVID
Definition
Beim variablen Immundefektsyndrom, kurz CVID, handelt es sich um einen angeborenen Immundefekt, bei dem die Immunglobulinsynthese, besonders des Immunglobulin G, unverhältnismäßig niedrig ist.
Inzidenz
Das CVID ist selten und tritt bei etwa 1 zu 25.000 Menschen auf.
Ätiologie
Der Defekt kann sowohl familiär vererbt sein, als auch sporadisch auftreten. Er ist häufig mit den HLA-Allelen B8 und DR3 assoziiert, die ebenfalls oft bei Patienten mit systemischen Lupus erythematodes nachweisbar sind. Bei einigen Patienten lässt sich weiterhin eine Mutation im TNFRSF13B-Gen auf Chromosom 17 an Genlokus 17.p11.2 nachweisen.
Defektmechanismen
Je nach Genmutation ist die Produktion der Immunglobuline auf unterschiedlicher Ebene beeinträchtigt. Es können sowohl B-Zell- als auch T-Zell-Defekte vorliegen:
- Arretierung: die B-Zellentwicklung kann bereits im frühen Prä-B-Zellstadium zum Stillstand kommen, sodass sich keine reifen B-Zellen entwickeln und Immunglobuline produzieren können.
- Fehlregulation: Die B-Zellen unterliegen in ihrer Entwicklung einer komplexen Steuerung durch Zytokine und Mediatoren, in der die T-Helferzellen eine maßgebliche Rolle spielen. Um die Selektion in den sekundären lymphatischen Organen zu überstehen, bedürfen die B-Zellen einer Stimulation durch T-Helferzellen. Bleibt diese bei einem Defekt der T-Helferzellen aus, geht die B-Zelle durch Apoptose zugrunde.
- Autoantikörper: Werden im Rahmen einer Autoimmunreaktion Antikörper gegen B-Zellen gebildet, können diese durch andere Zellen des Immunsystems (natürliche Killerzellen, Phagozyten) zerstört werden.
- Intrazelluläre Defekte: Es können ebenfalls Defekte der Immunglobulinsekretion der B-Zellen durch Mutation sekretorischer Proteine vorliegen.
Symptome
Die Symptome können nahezu alle Organsysteme betreffen und sind hauptsächlich durch rezidivierende oder chronische Infektionen bedingt.
- Atemwege
- rezidivierende Pneumonie
- Bronchiektasien
- Gastrointestinaltrakt
- Malabsorption
- sprueähnliche Diarrhoe
- chronische Durchfallerkrankungen durch Infektionen
- Leber
- Tumorerkrankungen
Diagnose
Einen Immundefekt lassen häufig rezidivierende oder chronische Infekte vermuten. In der Serumelektrophorese findet sich ein Mangel an Immunglobulinen (IgA, IgM und vor allem IgG).
Therapie
Die Therapie muss den Symptomen angepasst sein. Die Infekte müssen antibiotisch behandelt werden, bei Autoimmunphänomenen ist eine immunsuppressive Therapie angezeigt. Der Mangel an Immunglobulinen kann durch intravenös applizierte Immunglobuline therapiert werden, was die Prognose seit Einführung dieser Therapiemaßnahme deutlich verbessert hat.