Augenlid
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LoslegenSynonyme: Palpebra, Blepharon
Englisch: eye lid
Definition
Gliederung
Der Mensch besitzt zwei Augenlider:
- ein oberes Augenlid bzw. Oberlid, lateinisch: Palpebra superior
- ein unteres Augenlid bzw. Unterlid, lateinisch: Palpebra inferior
Medial und Lateral verbinden sich die beiden Augenlider. Auf diese Art und Weise bilden sie die Grenze vom medialen und lateralen Augenwinkel. Den gesamten Raum zwischen den Lidern bezeichnet man als Lidspalte.
Aufbau
Im Inneren findet man den aus kollagenem und elastischem Bindegewebe bestehenden Tarsus, der dem Augenlid als Stütze dient. In den Tarsus strahlen der Musculus tarsalis superior und der Musculus tarsalis inferior ein, welche aus glatter Muskulatur bestehen und durch den Sympathikus innerviert werden.
Vor dem Tarsus findet man den quergestreiften Musculus orbicularis oculi.
Die ventrale Haut der Augenlider besteht aus mehrschichtig verhorntem Plattenepithel, unter der sich eine fettfreie Lamina propria befindet. Vom Rand des Augenlids entspringen Wimpern. Zum Augapfel findet man ein mehrschichtig hochprismatisches Konjunktivalepithel, in dem sich Becherzellen finden.
Histologie
Drüsen
In der Nähe des Augenlids befinden sich mehrere Drüsen.
Zeis-Drüsen
Die Zeis-Drüsen befinden sich an den Haarbälgen der Wimpern. Es handelt sich um Talgdrüsen.
Krause-Drüsen
Bei den Krause-Drüsen handelt es sich um akzessorische Tränendrüsen.
Moll-Drüsen
Die Moll-Drüsen stellen schweißdrüsenähnliche apokrine Drüsen dar. Die Mündung ihrer Ausführungsgänge liegt am Rand des Augenlides oder an den Haarbälgen der Wimpern.
Meibom-Drüsen
Die Meibom-Drüsen finden sich innerhalb des Tarsus. Die Mündung ihrer Ausführungsgänge findet sich am Hinterrand des Augenlids. Die von ihnen produzierte Substanz ist talgähnlich und bildet eine ölige Schicht, die das Auge vor dem Austrocknen schützt.
Wolfring-Drüsen
Die Wolfring-Drüsen sind kleine akzessorische, tubuloalveoläre Tränendrüsen, die verstreut am Oberrand des Lidknorpels liegen und zusammen mit den Krause-Drüsen etwa 5% der Tränenflüssigkeit produzieren. Sie sind für die Basissekretion des Tränenfilms verantwortlich.
Aufgaben
Bei hellem, blendenden Licht kann das Auge durch das Augenlid zusammengekniffen werden, die Augenlider wirken als Blendschutz. Zum Schlafen kann das Auge durch die Augenlider lichtdicht verschlossen werden.
Weiterhin wird das Auge durch das Augenlid auch mechanisch geschützt: bei Annäherung eines Gegenstandes wird das Auge reflektorisch geschlossen.
Das Augenlid schützt das Auge ebenfalls vor Austrocknung, denn durch jeden Lidschluss kommt es zur Verteilung der Tränenflüssigkeit auf der Hornhaut. Eine periphere Fazialislähmung, bei der das Auge nicht mehr geschlossen werden kann, führt zu einer Austrocknung der Cornea.
Klinik
Die entzündliche Schwellung von Moll- oder Zeisdrüsen wird als Hordeolum internum (Gerstenkorn) bezeichnet. Bei einem Chalazion (Hagelkorn) handelt es sich um die entzündliche Schwellung der Meibom-Drüsen. Fehlt ein Augenlid teilweise oder komplett, zum Beispiel durch einen Tumor oder eine Verletzung, so spircht man von Ablepharie.
siehe auch: Lidschlussreflex