Tuberkulöse Spondylitis
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LoslegenSynonyme: Spondylitis tuberculosa, Wirbeltuberkulose
Definition
Als tuberkulöse Spondylitis bezeichnet man eine Entzündung eines oder mehrerer Wirbelkörper (Spondylitis) im Rahmen einer Tuberkulose. Sie ist die häufigste Form der Knochentuberkulose.
Hintergrund
Die tuberkulöse Spondylitis entsteht als Form der Postprimärtuberkulose im Rahmen einer unbehandelten Lungentuberkulose oder Miliartuberkulose. Die Ausbreitung der Erreger erfolgt hämatogen, selten auch lymphatisch.
Symptomatik
Im Spätstadium kann sich eine Pott-Trias mit Gibbus, Abszess und Lähmung ausbilden.
Komplikationen
Wichtigste Komplikation ist die Querschnittslähmung durch Kompression des Rückenmarks.
Diagnostik
- Konventionelles Röntgen: wie bei jeder pyogenen Spondylitis
- Verschmälerung der Bandscheibe (Frühsymptom)
- ggf. spindelförmige Verbreiterung des paravertebralen Weichteilschattens, die besonders im BWS-Bereich erkennbar ist
- im späten Verlauf Sinterungsfrakturen der Wirbelkörper mit Gibbus-Bildung, verkalkte Senkungsabszesse ("kalte Abszesse"), Sklerosierungen
- CT, MRT: Osteolysen, vor allem im ventralen Abschnitt der Grund- und Deckplatten.
- Erregernachweis in Sputum und Magensaft oder im Knochenpunktat
Differenzialdiagnosen
- Wirbelmetastasen: Erhaltene Bandscheiben, meist Fehlen eines spiegelbildlichen Befalls des angrenzenden Wirbels
- Spondylose: Die Deck- bzw. Bodenplatten sind bis auf evtl. vorhandene Schmorl-Knötchen oder Konturunregelmäßigkeiten intakt. Befund: reparative Sklerosierung, Spondylophyten, keine Verbreiterung der Paravertebralschattens.
Therapie
Die Therapie besteht aus medikamentösen und chirurgischen Maßnahmen. Neben der Gabe von Tuberkulostatika erfolgt die chirurgische Herdsanierung mit Ausräumung des infizierten Knochenmaterials und anschließender Einlage eines Knochenspans.
Bei neurologischen Ausfällen besteht eine sofortige Operationindikation.