Spondylolyse
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LoslegenSynonym: Spondylolysis
Englisch: spondylolysis
Definition
Als Spondylolyse wird die Bildung eines Spalts in der Pars interarticularis eines Wirbelbogens bezeichnet, d.h. dem Bereich zwischen dem oberem und unteren Gelenkfortsatz des Wirbelbogens.
ICD10-Code: M43.0
Vorkommen
In den meisten Fällen (ca. 80%) betrifft die Spondylolyse den 5. Lendenwirbel, danach den 4. Lendenwirbel. Bei anderen Wirbeln taucht die Erkrankung eher selten auf. Männer sind mit 6% doppelt so häufig betroffen wie Frauen (3%). Bei der Inzidenz gibt es regionale Unterschiede.
Ursachen
Eine Spondylolyse kann entweder angeboren oder erworben sein.
Bei der angeborenen Form liegt eine Dysplasie des Wirbelbogens vor, der zu schmal und zu lang ist. In der Regel kommt es nach dem 10. LJ dann zu einer Fraktur des geschwächten Wirbelbogens.
Die erworbene Form ist meist traumatisch bedingt, z.B. im Rahmen einer Stressfraktur. Seltener wird sie durch Tumore bzw. Metastasen ausgelöst.
Klinik
Meist kommt es zu einer beidseitigen Unterbrechung der Interartikularportion. Der betroffene Wirbelkörper ist dann nicht mehr ausreichend verankert und gleitet nach ventral auf dem darunter gelegenen Wirbelkörper. In der Folge kann es zur so genannten Spondylolisthesis kommen, die nach Meyerding in 5 Grade eingeteilt wird. Dabei wird der untere Wirbel als Bezugspunkt verwendet und sagittal in 4 Viertel unterteilt.
Die Maximalveränderung (Grad 5) stellt das völlige Abrutschen des Wirbelkörpers, die Spondyloptose, dar. Sie ist jedoch selten.
Symptome
- Kreuzschmerz ohne radikuläre Ausstrahlung
Die Schmerzen treten vor allem nach langem Stehen oder langem Sitzen auf.
Diagnostik
- Inspektion: Hyperlordose über dem betroffenen Segment.
- Bildgebung
Radiologisch zeigt sich in der LWS-Schrägaufnahme (45 Grad) die typische "Hündchenfigur". Diese Aufnahmetechnik wird jedoch nur noch selten angewendet.
Therapie
Die Therapie der Spondylolyse ist zunächst konservativ und fokussiert sich auf die gezielte muskuläre Stabilisierung durch Physiotherapie. Ergänzend können NSAR zur Schmerzbekämpfung gegeben werden.
Therapieresistente Fälle werden chirurgisch behandelt. Dabei kommen zwei Verfahren in Betracht:
- Laminektomie: Dabei wird die Lamina arcus vertebrae des Wirbelbogens entfernt, um eine Nervenkompression zu verhindern.
- Spondylodese (Wirbelkörperverblockung): Der betroffene Wirbelkörper wird mit den benachbarten Wirbelkörpern durch Metallspangen verbunden.