Propylthiouracil
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LoslegenSynonym: PTU
Handelsnamen: Propycil® u.a.
Definition
Propylthiouracil, kurz PTU, ist ein Thyreostatikum und wird bei der Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen eingesetzt.
Indikationen
Die Hyperthyreose stellt die Hauptindikation dar. Im Rahmen einer präoperativen Strumatherapie wird jedoch ebenfalls Propylthiouracil verschrieben. Auch bei der Behandlung von thyreotoxischen Krisen und der Autoimmunerkrankung Morbus Basedow kommt der Wirkstoff zum Einsatz.
Propylthiouracil kann man bei Hyperthyreose in der Schwangerschaft einsetzen, da es weniger teratogen sein soll als Carbimazol. Außerdem kann es auch in der Stillzeit gegeben werden, da es zu einem geringeren Anteil in die Muttermilch übertritt als Carbimazol. Der Einsatz von Propylthiouracil bei Schwangeren wird jedoch kontrovers diskutiert, da die sehr selten auftretende schwere Lebertoxizität unter Propylthiouracil in der Schwangerschaft häufiger auftritt als nach Carbimazol bzw. Thiamazol.[1]
Allgemeines
Propythiouracil ist ein Abkömmling des Thioharnstoffs. Es zeigt eine Bioverfügbarkeit von 80 % auf. Propylthiouracil wird hepatisch zu nur gering wirksamen Metaboliten umgesetzt und später renal ausgeschieden. Da die Halbwertszeit nur zwei Stunden beträgt, ist es zwar gut steuerbar, muss jedoch häufig eingenommen werden.
Wirkmechanismus
Als Iodisationshemmer kann Propylthiouracil die Thyreoperoxidase inhibieren, so dass diese Jodid nicht mehr zu Jod oxidieren kann, welches jedoch für den Aufbau der Schilddrüsenhormone T3 und T4 essenziell ist. Außerdem kann der Arzneistoff zusätzlich die Typ-1-Dejodinase blockieren, wodurch in bestimmten Geweben eine Dejodierung des T4 zu den aktiven Schilddrüsenhormonen T3 und 3,5-T2 nicht mehr möglich ist.
Dosierung
400 mg täglich, üblicherweise 2 x 200 mg jeden Tag.
Diese Angaben können fehlerhaft sein. Ausschlaggebend sind die Dosierungsemfehlungen in der Fachinformation des Herstellers.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
- Allergien
- Gastrointestinale Störungen
- Hepatotoxizität
- Blutbildveränderungen bis hin zur Agranulozytose
- Hypothyreose
- Strumabildung
Kontraindikationen
- hämatopoetische Störung, bestehende Agranulozytose
- Schilddrüsenkarzinom
- Leberinsuffizienz
- Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff